HTC-Demonstrationsanlage in Lochau in Betrieb

Die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS), ein Unternehmen der Stadtwerke Halle, hat gemeinsam mit dem Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ) aus Leipzig eine HTC-Demonstrationsanlage in Lochau in Betrieb genommen.

03. Juli 2013

In der Anlage werden hochwertige Brennstoffe aus Bioabfällen durch Hydrothermale Carbonisierung (HTC) hergestellt. Dabei wird organisches Material in heißem Wasser bei beispielsweise 220°C und 25 bar im Verlauf mehrerer Stunden in einen kohleartigen, veredelten Biobrennstoff umgewandelt, quasi ein Schnellverfahren zur Herstellung von Kohle. Das Projekt wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) initiierten Förderprogramms ›Energetische Biomassenutzung‹ unterstützt.

Bei der HWS werden jährlich durch die Bürger mehrere tausend Tonnen Grünschnitt entsorgt. Ein wertvoller Rohstoff, der mehr sein kann als Grundlage für Kompost. »Wir wollen jährlich 2.500 t unseres Grünschnitts mit dem HTC-Verfahren in einen Biobrennstoff umwandeln. Das Besondere an der HTC-Anlage ist: der Umwandlungsprozess wird in bestehende Verwertungswege integriert. In der Anlage wird angewendet und optimiert, was zuvor im Labor verschiedene Tests durchlaufen hat«, erklärt Jörg Schulze, Geschäftsführer der Halleschen Wasser und Stadtwirtschaft GmbH.

Ziel des Projektes sei ein Verwertungskonzept, das auch auf andere Unternehmen übertragbar und nachnutzungsfähig ist. Ein lagerfähiges Produkt als Energieträger mit einer vorzeigbaren Energiebilanz könne erhebliche Mengen fossiler Energieträger ersetzen. Mit der nachnutzungsfähigen Herstellung von HTC-Kohle in der Anlage sei ein großer Schritt zur industriellen Produktion eines klimafreundlichen Ersatzes für fossile Kohle getan. Damit leiste die HWS einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz, ergänzt Matthias Lux, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke Halle GmbH.