Hürdenlauf für Power to Gas

Um Power to Gas stärker für eine integrierte Energiewende zu nutzen, sind Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen notwendig. Das ist eines der Ergebnisse einer Roadmap der Deutschen Energieagentur. Sie stellt verschiedene Stellgrößen vor.

19. Juni 2017

Die Roadmap wird am 20. Juni auf der Jahreskonferenz der Strategieplattform Power to Gas vorgestellt.

Einen konkreten Ansatz sieht die Dena zum Beispiel darin, dass die Fuel Quality Directive der EU vollständig umgesetzt und im Bundesimmissionsschutzgesetz eine Unterquote für fortschrittliche  Kraftstoffe verankert wird.

Anpassungen beim Emissionshandelsgesetz

Weitere Stellgrößen seien die Förderung der Nutzung von Wasserstoff und synthetischem Methan im neuen Gebäudeenergiegesetz sowie ein Anerkennen erneuerbarer Gase in der Industrie im Rahmen des Treibhausgas-Emissionshandelsgesetzes.

Die Roadmap zeigt auch Anwendungsbereiche auf. Die Technologie bietet demnach vor allem dort Chancen, wo bestehende Lösungen an Grenzen stoßen, wie zum Beispiel bei Netzengpässen.

Auch wenn Maßnahmen wenig gesellschaftliche Akzeptanz finden und nicht schnell genug voranschreiten, kann die Technologie eine wichtige Rolle spielen. Wenn sich etwa die Sanierung von Gebäuden wegen hoher Anfangsinvestitionen verzögert oder Wärmepumpensysteme aus technischen Gründen nicht zum Einsatz kommen, kann Power to Gas fossiles Erdgas ersetzen.

Sinnvoll im Flugverkehr

Zudem stellt die Roadmap dar, in welchen Bereichen Power to Gas die einzige Möglichkeit zur CO2-Minderung ist, weil keine Technologiealternativen bestehen. Dies trifft demnach zum Beispiel auf den Schwerlast-, Schiffs- und Flugverkehr zu, für den die Technologie strombasierte Kraftstoffe bereitstellen kann.

"Der Gesetzgeber ist in der nächsten Legislaturperiode gefragt, den Rechtsrahmen technologieoffen zu gestalten und diskriminierende oder unnötig einschränkende Regelungen gegenüber Power-to-Gas-Anlagen und deren Produkten zu beseitigen", so Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung.

Das Prinzip der Sektorkopplungstechnologie Power to Gas ist, Strom aus erneuerbaren Energien durch Elektrolyse in Wasserstoff, oder auch in weiteren Schritten in Methan oder flüssige Kraftstoffe umzuwandeln. In Deutschland sind derzeit mehr als 30 Pilotprojekte im Bau oder bereits in Betrieb, so die Dena.

Weitere Informationen zum Thema Power to Gas und eine Zusammenfassung der Roadmap würden online unter www.powertogas.info zur Verfügung stehen.