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Hybridkraftwerk im Allgäu

09. Juli 2019

Großspeicherprojekte – Im Rahmen der Diskussionen rund um die Energiewende werden sie oft propagiert. Die Anzahl der realisierten Projekte ist aber immer noch überschaubar. Ein Beispiel aus dem Allgäu zeigt die technischen Möglichkeiten: Das Allgäuer Überlandwerk kombiniert einen Batteriespeicher und eine Gasturbine.

Mit 16 MW Leistung und 8,5 MWh Energieinhalt wurde im August 2018 auf dem Gelände der Allgäuer Überlandwerk (AÜW) in Sulzberg bei Kempten einer der derzeit größten Energiespeicher in Deutschland in Betrieb genommen. Er wird derzeit im Primärregelenergiemarkt für die Stabilisierung des Stromnetzes genutzt. »Durch die Verbindung des Großspeichers vom Systemanbieter Smart Power GmbH mit einer bereits vorhandenen Gasturbine ist Deutschlands erstes Hybridkraftwerk in Betrieb gegangen«, so das AÜW. Die entsprechende Präqualifizierung wurde durch den Übertragungsnetzbetreiber Amprion im Februar 2019 erteilt.

Um das Energiesystem auf Erneuerbare Energien umzustellen, braucht es mehr Intelligenz in den Stromnetzen, aber auch Speicher und flexibel steuerbare Kraftwerke. In den meisten Zukunftsmodellen spielen Gaskraftwerke und -turbinen eine wichtige Rolle in der Umbauphase. Derzeit gibt es allerdings wenig Anreize für Investitionen in Gaskraftwerke, so die Mitteilung.

Beim AÜW wurde nach innovativen Konzepten gesucht, wie man um die Gasturbine herum ein Hybridkraftwerk für einen wirtschaftlichen und netzdienlichen Betrieb bauen kann. Die Grundidee wurde von der Firma Entelios aus München entwickelt und dann gemeinsam mit den Ingenieuren des Allgäuer Überlandwerks verfeinert. Ziel war die intelligente Vermarktung von Regelenergie, um die Wirtschaftlichkeit der Gasturbine zu verbessern und langfristig zu sichern, heißt es weiter.