Im Dienst der Industrie

HEW setzt auf den wachsenden Zukunftsmarkt Contracting

Von der gezielteren Ausrichtung auf die Kundengruppe Industrie verspricht sich die HEWContract deutliche Wachstumspotenziale. Eine neue, schlanke Organisation steigert die Effizienz des Hamburger Energiespezialisten, was auch den Kunden zugute kommt.

16. Februar 2003

Contracting bleibt für die Vattenfall Europe-Gruppe ein Geschäftsfeld von hoher Bedeutung. Daher hat sich die HEWContract Gesellschaft für Energie und Service mbH organisatorisch und strategisch neu aufgestellt. Fünf Jahre nach ihrer Gründung hat sich die Tochter der Hamburgischen Electricitäts-Werke AG (HEW) verschlankt und setzt auf neue inhaltliche Schwerpunkte. Mit der Neuausrichtung entspricht das Unternehmen gleichfalls den Zielen der Muttergesellschaft, der Vattenfall Europe-Gruppe.

HEW-Vorstandmitglied Dr. Hans-Joachim Reh hob hervor, welch hohe Bedeutung HEWContract innerhalb des neuen Konzerns zukommt: „Contracting ist ein Wachstumsmarkt im Energiesektor. Bei den klassischen Bereichen wie Strom und Wärme lassen sich individuelle Wachstumsraten nur über Verdrängung erreichen.“ Mit Contracting lasse sich unter anderem die Wertschöpfungskette bei der Strom- und Wärmeversorgung verlängern, da die Margen im klassischen Strom- und Wärmevertrieb künftig sinken.

Unter Federführung von Dr. Jobst Klien (Vertrieb und Betrieb) und Dr. Manfred Dittmer (Finanzen, Controlling und Projektierung), die sich die Geschäftsführung seit Beginn dieses Jahres teilen, wurde der Neustrukturierungsprozess abgeschlossen. Wie Manfred Dittmer sagte, seien diese Maßnahmen notwendig gewesen, „da wir uns in einer Phase zu breit aufgestellt hatten, als Contracting noch ein neues Modell war.“

Künftig konzentriert sich die HEWContract jedoch auf ihre Stärken, zum Beispiel Nutzenergie- und Medienlieferung sowie das Einspar-Contracting vor allem für Industriekunden, große Gebäude und Areale. Klien: „Die Kombination aus Liefer-Contracting und Einspargarantie macht unser Angebot für die Industrie besonders reizvoll. Unsere Spezialität ist es, die Effizienz vorhandener Energieanlagen zu erhöhen.“ Auch Manfred Dittmer sieht bei Industriekunden große Potenziale. „In fast allen Branchen besteht enormer Kostendruck. Contracting ist bisher kaum als probates Mittel zur Kostensenkung oder auch zur Erfüllung von Selbstverpflichtungen zur CO2-Einsparung bekannt.“

Contracting bleibt also zentrales Kernthema. Der Begriff steht für ein Geschäftsmodell, bei dem das gesamte Versorgungsmanagement vom Betrieb über Instandhaltung bis zur Energielieferung an einen externen Dienstleister übertragen wird. In der Regel übernimmt der Contractor dabei die Betriebsführung samt des Personals durch die Gründung eigener Betriebsgesellschaften. Diese Auslagerung verhilft Kunden zu deutlichen Kostenvorteilen beim Energiemanagement, ohne dass ein zusätzlicher Bedarf an Investitionsmitteln notwendig ist.

Schon heute trägt die neue Ausrichtung erste Früchte: „Attraktive Aufträge führten in diesem Jahr unter anderem zur Gründung einer Betriebsgesellschaft für das Biomasse-Heizkraftwerk der Elbstrom AG in Aschersleben. Bedeutende neue Kunden sind auch die Kartonfabrik Joh. Schmidt GmbH & Co KG in Höxter, das Bethesda Krankenhaus und die Kulmbacher Spinnerei.“

„Wir zählen,“ so Dr. Reh, „Contracting heute zu den Kerngeschäften der Gruppe und betreiben es in verschiedenen Organisationen.“ HEWContract ist von der Kundenzahl und Umsatzgröße die größte Einheit. „Es nimmt deshalb eine führende Rolle ein und wird die Contracting-Akivitäten bündeln“, sagte Reh abschließend.

Erschienen in Ausgabe: 10/2002