Im Minutentakt

Der Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW und das Fraunhofer ISE wollen ein eigenes Photovoltaik-Messnetz in Baden-Württemberg aufbauen. Selbstentwickelte Messstationen werden flächendeckend verteilt, um im Minutentakt aktuelle Messwerte an die Hochrechnungssysteme des Netzbetreibers zu senden.

06. Juli 2017

„Für eine auch in Zukunft sichere und stabile Stromversorgung sind hochpräzise, schnelle Hochrechnungen und Prognosen sowie die daraus resultierende Stromeinspeisung in das Netz sehr wichtig“, so Dr. Philipp Guthke, verantwortlich bei der TransnetBW für die Themengebiete Prognosen und Hochrechnungen.

„Hierdurch ermöglichen wir eine exaktere Vermarktung von Strom aus erneuerbaren Erzeugungseinheiten. Gleichzeitig können mögliche netzkritische Situationen rasch erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.“

Hochaufgelöstes Abbild der Einspeisung

Ziel der Projektbeteiligten ist es, das bislang leistungsfähigste und dichteste Messnetz für Fotovoltaik-Erzeugung zu schaffen, wie die beiden Unternehmen weiter mitteilen.

Ab Mitte 2017 sollen eigens entwickelte Messstationen flächendeckend in Baden-Württemberg verteilt und dauerhaft in Betrieb genommen werden. Diese liefern dann im Minutentakt und in Echtzeit Messungen der Globalstrahlung, der Erzeugungsleistung und der Lufttemperatur an die Hochrechnungssysteme.

Der Abstand zwischen benachbarten Messeinrichtungen soll rund 15 bis 35 Kilometer betragen.

„Die Kombination der Messwerte mit prozessierten Rasterdaten des Wettersatelliten Meteosat soll ein zeitnahes und räumlich hochaufgelöstes Abbild des momentanen Erzeugungs-Potenzials und der daraus resultierenden Einspeisung von Strom aus Sonnenenergie ermöglichen “, so Dr. Elke Lorenz, Gruppenleiterin Energiemeteorologie am Fraunhofer ISE.