Im neuen Licht

Wenn ein Zebra lichte Streifen bekommt, kann das durchaus im Sinne der Effizienz und der Sicherheit sein. Zum Glück für unseren gestreiften Straßenbewohner.

25. April 2013

Dass Zebrastreifen schwer zu begreifen sind, wissen wir seit Rolf Zuckowski uns dieses Thema in den 80er Jahren nahe gebracht hat. Und leicht haben sie es auch nicht gerade: Unfallgefahr sagt man Ihnen nach - fast so als würde die Tarnwirkung ihres Namensgebers auch im Straßenverkehr wirken und in der flimmernden Steppenhitze unserer urbanen Zentren die Fußgänger verschwimmen lassen.

In den 60er Jahren sprach man davon, dass sie den Verkehrsfluss behindern würden - und baute den gestreiften Bewohner des Straßenbelags erst einmal wieder zurück. Schließlich brauchte die sich ausbreitende Spezies Vierrädler, darunter Käfer und Ente, auch Raum zum Leben.

Ausgestorben sind die Zebrastreifen trotzdem nicht - Rolf Zuckowski sei dank. Verschiedenste Ideen, um die Sicherheit zu erhöhen, kursieren ebenfalls. 2008 hat die Stadt Bramfeld im Rahmen eines Kunstprojekts Zebrastreifen quer zur Strassenfahrbahn markiert. Ziel: Käfer und Co. sollten durch die optische Barrierewirkung langsamer werden. Man stelle in Zukunft dort einfach noch statt der üblichen Zebrastreifenschilder Stoppschilder auf - dann bleiben die Vierrädler ja vielleicht sogar stehen.

In Deizisau paarte man den Straßenbewohner gar mit in den Belag eingebrachten blinkenden LED-Leuchten. Überquerte ein Fußgänger die Streifen, fingen die kleinen Lämpchen an zu blinken. Nicht lange allerdings - 2008 führten die Behörden ausgerechnet Sicherheitsmängel an dem System an, um der ungleichen Straßenzönose den Garaus zu machen.

Da bleibt wohl nur, einen Zebrastreifenwächter mit Signallkelle einzustellen - am besten im passenden Zebrakostüm. Doch wer weiß, was die Zukunft noch mit unserem gestreiften Gefährten vorhat - vielleicht wird er ja fluoreszierend übermalt. Oder eine Glühwürmchen-Demonstration setzt sich nachts für den Fortbestand sicherer Überwege ein. Wobei sich da nur hoffen lässt, dass die Tierchen nicht der Frontscheibe zum Opfer fallen.

Aber glücklicherweise sieht die Straßenverkehrsordnung vor, dass eine ausreichende Ausleuchtung am Zebrastreifen zu erfolgen hat. Sie empfiehlt eine von der durchgehenden Straßenbeleuchtung abweichende Lichtfarbe. Schließlich muss die besondere Schönheit der Spezies Streifen ja hervorgehoben werden. Da haben die Glühwürmchen noch einmal Schwein gehabt.

Effizient Licht ins Dunkle gebracht hat die Stadt Langenhagen. Sie ist die erste Stadt Deutschlands, die das Sparpotenzial von LED-Leuchten an Fußgängerüberwegen flächendeckend umsetzt, so enercity. Die gesamte Straßenbeleuchtung auf LED-umzustellen ist laut Bürgermeister Friedhelm Fischer derzeit unwirtschaftlich.

Für die nach strengen Anforderungen zusätzlich beleuchteten Zebrastreifen sind jedoch hohe Anschlussleistungen nötig. Daher können hier die Leuchten ihr Potenzial ausspielen und mit Energieeinsparungen von 78,9% punkten. Bei bisherigen Systemleistungen von 275W mit einem jährlichen Stromverbrauch von 1.100kWh pro Leuchte führen die LED-Systeme mit nur noch 58W zu dieser deutlichen Energieeinsparung. Zukünftig kommen die Laternen-Standorte mit 232kWh pro Jahr aus.

Die neuen Fußgängerüberwegeleuchten haben eine strahlend weiße Lichtfarbe und heben sich von den bisher überwiegend eingesetzten Natriumdampf-Hochdrucklampen mit ihrem gelblichen Licht deutlich ab. Die Fußgänger auf den Überwegen seien für den Autofahrer schon von weitem besser zu erkennen.

Was dem langen Kampf zwischen unserem gestreiftem Straßenbewohner und den Vierrädlern doch noch ein positives Ende beschert: Zumindest in Langenhagen scheint der Zebrastreifenbestand gesichert.