Im Test der Redaktion

Editorial

»Vielleicht schauen sich die Verantwortlichen der DB mal die Pariser Lösung an. Die Wäre ein Brauchbarer Kompromiss.«

01. Oktober 2012

Im August bekam e+m zwei Wochen lang einen Elektroroller und probierte aus, ob dieser für Pendler eine Alternative zum Auto oder zum ÖPNV sein kann. Fazit: bedingt ja! Mehr dazu auf Seite 14.Ein weiterer Test ergab sich eher beiläufig kurz vor der Produktion dieser Ausgabe: ›Fahrrad-Verleihsysteme im Vergleich‹. Im TGV nach Paris zur CIGRE 2012 erklärte mir ein Mitreisender: »Paris mit dem Fahrrad funktioniert hervorragend – einmal quer durch die Stadt kommt man in 40 Minuten.« Unweit meines Hotels entdeckte ich eine der vielen ›velib`‹-Stationen. Der Kurzzeit-Pass ist leicht aus dem Automaten gezogen und es geht kreuz und quer durch die Seine-Metropole. Velo anderswo abgeben, ein paar Stationen Metro fahren, ein neues Velo leihen – geht ganz einfach.

Meine nächste Reise führt zur Jahrestagung Erneuerbare Energien: Auch Berlin ist fahrradtauglich und hat ein Verleihsystem, nämlich ›Call-a-Bike‹. Leider ist es in der Bundeshauptstadt nicht so flexibel, wie ich es aus München kenne. Ich verstehe, dass man im weitläufigen Berlin die Fahrräder nicht ständig irgendwo zwischen Spandau und Köpenick einsammeln mag. Aber Abgabe ausschließlich dort, wo man entliehen hat, ist sehr rückständig. Vielleicht schauen sich die Verantwortlichen der DB mal die Pariser Lösung an. Die wäre ein brauchbarer Kompromiss.

Erschienen in Ausgabe: 03/2012