HANDEL

Im Trend: handelsnahe Dienstleistungen

Marktberichte, Bilanzkreis, Handelssignale: Die Nachfrage nach handelsnahen Dienstleistungen steigt bei EVU weiter an. Das ergab eine Studie.

26. Februar 2019
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Über ein Drittel (36 Prozent) der befragten EVU stuft handelsnahe Dienstleistungen demnach als „sehr wichtig“ ein. Damit liegt der Wert höher als bei jedem anderen Zukunftstrend in der Energiebeschaffung – wie zum Beispiel Kurzfristigkeit (33 Prozent) oder Digitalisierung (30 Prozent).

Das ergab eine Marktstudie zum Strom-Beschaffungsverhalten von Stadtwerken, die das Beratungshaus Konexus im Auftrag von Uniper durchführte. Der Fokus der Studie lag auf Energieversorgern mit einem Stromportfolio größer als 100 GWh, so Uniper in einer Mitteilung.

Kurzfristig

Der Begriff Kurzfristigkeit bezieht sich auf die Präferenz von EVU, Energie immer weniger durch Termingeschäfte, die weit in der Zukunft liegen, und stattdessen zunehmend durch kurzfristige Geschäfte an der Börse – wie etwa Day-Ahead oder Intraday-Geschäfte – zu beschaffen. Darüber hinaus ordnen zwei Drittel (78 Prozent) den Bereich handelsnahe Dienstleistungen als mindestens „wichtig“ ein.

„Auch wir bei Uniper spüren den Trend der steigenden Nachfrage nach handelsnahen Dienstleistungen. Der Energiemarkt wird zunehmend

komplexer und damit wird es auch für Stadtwerke und überregionale Versorger immer wichtiger, ihr Wissen zu bündeln und mit Hilfe der Expertise verlässlicher Partner ihre Portfolien bestmöglich zu managen“, sagt Gundolf Schweppe, Vertriebschef bei Uniper.

Markt- und Preisinformationen

Als hoch relevant stuften die befragten EVU im Bereich der handelsnahen Dienstleistungen vor allem Markt- bzw. Preisinformationen ein. Sie werden sowohl aktuell in 2017/18 als auch zukünftig ab 2019 von 97 Prozent der Befragten genutzt. Beinahe die Hälfte (50 Prozent) der EVU – vorwiegend mit kleinem bis mittleren Stromportfolio (Ø 1.200 GWh) – bezieht in Zukunft zudem vermehrt Handelssignale am Markt. In etwa gleich häufig genutzt werden laut Selbsteinschätzung der Befragten künftig auch Spot- und Terminmarktzugänge (zukünftig 53 Prozent bzw. 47 Prozent).

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Energievertriebe haben unter den Stadtwerken im Vergleich die höchste Nachfrage nach Dienstleistungen. Darüber hinaus werden laut Studie vor allem kleine EVU (Ø 350 GWh) zukünftig vermehrt Dienstleistungen zum Portfolio- und Risikomanagement nachfragen (von 3 Prozent auf 18 Prozent).

Digitalisierung und Kurzfristigkeit

Neben der steigenden Nachfrage nach handelsnahen Dienstleistungen deckt die Studie weitere Potentiale auf: Diese liegen nach Ansicht der befragten EVU besonders in den Bereichen Digitalisierung und Kurzfristigkeit und werden von rund 90 Prozent der Befragten als mindestens „wichtiger“ Trend aufgefasst. Kleinteiligkeit – also der Einkauf immer kleinteiligerer Strommengen, unter anderem über Stunden-, Tages- und Monatsprodukte – schätzen zudem rund zwei Drittel (66 Prozent) und Standardhandelsprodukte bzw. Fahrpläne noch über die Hälfte der Befragten (59 Prozent) als mindestens „wichtig“ ein.

Dagegen ordnet nur rund jeder Fünfte (18 Prozent) die steigende Nachfrage nach Vollversorgungsprodukten als wichtigen Trend in der Strombeschaffung ein.