In Arbeit – E-Ladesäulen-Netz wächst

Jüngst hat die Bundesregierung ihr Ziel, bis 2020 eine Million E-Autos ins Rollen zu bringen, auf 2022 verschoben. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur geht indessen besser voran als früher, so jüngste Erhebungen. Bestehende Ladepunkte werden optimiert. Das zeigt ein Beispiel aus Frankfurt.

28. September 2018

Mainova modernisiert jetzt zehn öffentliche Ladesäulen in Frankfurt. Das Aufladen an den modernisierten Standorten ist bis auf weiteres für alle Nutzer kostenfrei, so das Unternehmen.

 

Lediglich Parkgebühren müssen entrichtet werden. Nach einer Einführungsphase werden die Ladevorgänge pauschal abgerechnet: 6,99 Euro für Nutzer der Tank-E-App und 8,99 Euro ohne vorherige Registrierung, so Mainova in einer Mitteilung.

 

Künftig können zwei Elektrofahrzeuge gleichzeitig an den neuen Säulen geladen werden, da sie über zwei getrennte Ladepunkte verfügen.

 

„Dank der Leistung von künftig 22 Kilowatt je Ladepunkt laden Fahrzeuge rund sechsmal schneller als an einer herkömmlichen Steckdose“, so Mainova.

 

Die neuen Ladesäulen ersetzen die frei zugänglichen Stromtankstellen des sogenannten Frankfurter Modells, bei denen das Parken und Laden an bestehenden Parkscheinautomaten abgerechnet wurde.

 

Auch die neuen Säulen sind für E-Autofahrer frei zugänglich.

 

Tank-E-Netzwerk

 

Mainova ist Mitglied im Tank-E-Netzwerk. Dem Verbund gehören derzeit rund 15 regionale Energieversorger an.

 

Nutzer aktivieren den Ladevorgang mit der eigenen Tank-E-Netzwerk-App.

 

Mainova betreibt den Angaben zufolge mehr als 40 öffentliche Ladesäulen in Frankfurt und dem Umland.

 

Zusätzlich hat das Unternehmen rund 170 Ladestationen im öffentlichen, halböffentlichen und privaten Bereich überwiegend in Frankfurt errichtet.

 

Baustein der Energiewende

 

Um die Entwicklung der E-Mobilität voranzutreiben, setzt Mainova den Fokus insbesondere auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur im halb-öffentlichen und privaten Bereich.

 

Bei Liegenschaften von Wohnungsbaugesellschaften, Supermärkten, Unternehmen oder Schulen und Rathäusern gibt es bereits Parkplätze sowie leistungsfähige Stromanschlüsse.

 

Charge-Kits

 

Um den Ausbau der Ladeinfrastruktur in diesen beiden Segmenten zu ermöglichen, bietet das Unternehmen verschiedene, aufeinander aufbauende Lösungen an.

 

„Die so genannten Charge-Kits richten sich an Privatpersonen, Flottenbetreiber oder Unternehmen sowie Wohnungsbaugesellschaften, Parkhausbetreiber oder Hotels und Kommunen“, heißt es in einer Mainova-Mitteilung.

 

BDEW-Ladesäulenregister

 

Im neuen BDEW-Ladesäulenregister sind aktuell rund 13.500 öffentliche und teilöffentliche Ladepunkte an rund 6.700 Ladesäulen für Deutschland erfasst, davon 13 Prozent Schnelllader.

 

In die Erfassung eingeflossen sind freiwillige Meldungen der Energieunternehmen und weiterer Marktakteure wie Parkhaus- und Parkplatzbetreiber, Supermärkte und Hotels, so der BDEW.

 

Ende Juni 2017 waren es rund 10.700 Ladepunkte.

 

„Der Ausbau der Ladeinfrastruktur wird mit Hochdruck vorangetrieben: Allein innerhalb des letzten Jahres gab es einen Zuwachs von 25 Prozent“, so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

 

Nach seinen Worten werden über drei Viertel der rund 13.500 Ladepunkte von Energieversorgungsunternehmen betrieben.

 

In einigen Städten ist die Abdeckung laut Kapferer bereits so hoch, dass sich gerade eine Handvoll Autos einen Ladepunkt teilen.

 

Städte-Ranking

 

Hamburg belegt im Städte-Ranking des BDEW-Ladesäulenregisters mit 785 öffentlich zugänglichen Ladepunkten den ersten Platz, dicht gefolgt von Berlin mit 743 Ladepunkten (LP).

 

Mit deutlichem Abstand folgen München (392 LP), Stuttgart (382 LP) und Düsseldorf (209 LP).

 

Im Vergleich der Bundesländer liegen Bayern (2.715 LP), Nordrhein-Westfalen (2.345 LP), Baden-Württemberg (2.205 LP), Hessen (1.179 LP) und Niedersachsen (1.172 LP) vorne, so der BDEW.