Der Aufwand, um das sogenannte Komponentenzertifikat für EZA-Regler zu erlangen, erweist sich sowohl in technischer als auch finanzieller Hinsicht als intensiv. Insbesondere in der Photovoltaik mit einem in Deutschland stark fragmentierten Markt wird sich die Zertifizierung von eigens entwickelten Reglern für den Großteil der Anlagenerrichter nicht rechnen.

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Dennoch oder vielleicht gerade deshalb ist die Auswahl an zertifizierten EZA-Reglern derzeit noch recht überschaubar. Ein Aspekt, welcher mindestens genauso wichtig sein dürfte wie die Konformität in Bezug auf die Anschlussrichtlinie, ist die flexible Nutzung des Reglers.

Aufgaben in einer Steuerung bündeln

Vor diesem Hintergrund hat sich Phoenix Contact schon vor der Zertifizierung mit der Frage auseinandergesetzt, wie einerseits die Normenkonformität sichergestellt wird, ohne andererseits auf die vielfältigen Möglichkeiten der der Lösung zugrunde liegenden Industriesteuerung verzichten zu müssen.

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Denn als Hardware wird die neuste SPS-Generation auf Basis der offenen PLCnext Technology verwendet. Die Technologie ermöglicht nicht nur den Einsatz unterschiedlicher Programmiersprachen – wie IEC 61131, C/C++, C# oder Matlab/Simulink – in einem Projekt. Die Kombination verschiedener Funktionen in einem Gerät ist ebenfalls möglich. Phoenix Contact liefert den Anwendern hier keine All-in-one-Lösung, sondern adressiert gezielt Nutzer, die über die erforderlichen System- und Programmierkenntnisse für ihre Applikation verfügen.

In ersten Projekten wurde zum Beispiel neben der zertifizierten Regelfunktion auf derselben Industriesteuerung eine Fernwirkanbindung umgesetzt. Ein solcher Ansatz zeigt sich als kostengünstig und platzsparend, da für diese Aufgabenstellung in der Regel zwei separate Geräte genutzt werden.

Fernwirktechnik über Applikationsbeispiel ankoppeln

Um die Kunden bei der Inbetriebnahme der oben beschriebenen Lösung zu unterstützen, stellt Phoenix Contact ein Applikationsbeispiel zur Ankopplung der Fernwirktechnik inklusive einer Webanwendung zur Parametrierung des EZA-Reglers zur Verfügung. Bis auf die Implementierung der jeweiligen anforderungsspezifischen Schnittstellen sind also keine weiteren Anpassungen vorzunehmen.

Zusätzliche Funktionen können jedoch nach Bedarf hinzugefügt werden. Der Regelmodus, die Konfiguration der Standard-PID-Reglerparameter, die Einstellung von Kennlinien-Stützpunkten, das Hinterlegen von Bitmustern für den Rundsteuerempfänger oder die Aufzeichnung sämtlicher wesentlichen Netz- und Reglerparameter bei der Erstinbetriebnahme sind Teil dieser Applikation.

Umsetzung der Schnittstellen

Zur Umsetzung der anforderungsspezifischen Schnittstellen des EZA-Reglers bietet Phoenix Contact außerdem weitere Funktionsbaustein-Bibliotheken an. Sie umfassen unter anderem Bausteine zur Einbindung dezentraler Anlagen über die Fernwirktechnik. Darüber hinaus vereinfachen photovoltaikspezifische Funktionsbausteine die Kommunikation mit Wechselrichtern, Energiemessgeräten oder die Ankopplung an ein herstellerunabhängiges Portal.

Komponentenzertifikat aufwändig zu erlangen

Für die Zertifizierung der elektrischen Eigenschaften von EZA-Reglern ist die FGW TR8 als maßgebliche Richtlinie anzuwenden. Hinsichtlich der Messung und des Tests dieser elektrischen Eigenschaften muss die FGW TR3 herangezogen werden. Die Modellierung und Validierung von Simulationsmodellen der elektrischen Eigenschaften unterliegen schließlich der FGW TR4. Aufgrund der neuen VDE-Anwendungsregeln wurden die drei FGW-Richtlinien überarbeitet und Ende 2018 respektive Anfang 2019 veröffentlicht.