26. MAI 2018

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Auf Diesel-Urteil folgt EU-Klage


Das Thema Luftverschmutzung in deutschen Städten durch Verkehr geht in die nächste Runde: Nun wird die EU-Kommission Deutschland wegen der Nichteinhaltung der Stickoxid-Grenzwerte verklagen. Reaktionen von BDEW und dem Deutschen Städtetag.

BDEW-Chef Stefan Kapferer mahnte, die Verkehrswende endlich anzugehen. "Die Klage der EU-Kommission gegen Deutschland zeigt: Wir müssen im Mobilitätssektor dringend umsteuern: Weg von herkömmlichen Verbrennungsmotoren, hin zu klimaschonenden Elektro- und Gasantrieben", so Kapferer.


Im Schwerlastverkehr habe der Energieträger Gas Potenzial: So könnten sich mit verflüssigtem Erdgas (LNG) betriebene LKW zu einer effizienten und umweltfreundlichen Alternative zu herkömmlichen Kraftstoffen entwickeln.

Engagement der Auto-Industrie gefragt

Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, sieht vor allem die Autohersteller in der Pflicht.

 

Die EU-Kommission erhöhe den Druck auf Deutschland wegen zu hoher Stickoxidwerte in etlichen Städten und Regionen, so Dedy. "Die nun beschlossene Klage zeigt den Ernst der Lage und macht sehr deutlich, dass die Stickstoffdioxid-Emissionen so schnell wie möglich sinken müssen."

Bis zu drei Viertel der Emissionen

"Als Städte sagen wir klar: Um hier durchgreifende Erfolge erzielen, bleibt in erster Linie die Automobilindustrie in der Pflicht, die Diesel-Fahrzeuge sauberer zu machen. Im Verkehr in der Stadt verursachen Diesel-PKW bis zu drei Viertel der Stickoxid-Emissionen." Er sieht die Städte nicht als Verursacher des Stickoxid-Problems. Sie würden es mit ihren Maßnahmen auch nicht lösen können.


"Im Rahmen ihrer Möglichkeiten setzen die Städte viele Schritte für eine stärkere Luftreinhaltung um, erneuern schneller als geplant zum Beispiel ihre Busflotten, bauen die E-Mobilität und den Radverkehr aus und investieren in intelligente Verkehrssteuerung. Dazu trägt auch der Fonds nachhaltige Mobilität von einer Milliarde Euro bei, mit dem die etwa 90 betroffenen Städte Förderung beantragen können.“

Auf der Suche nach Alternativen

Erst im Februar hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass Kommunen grundsätzlich Fahrverbote für ältere Dieselautos verhängen können. Damit rücken alternative Antriebskonzepte stärker in den Fokus des Interesses.


Energiespektrum hatte hier Anfang März verschiedene Mobilitätslösungen vorgestellt.


Das Zeitalter der alternativen Antriebe mit Wasserstoff oder Elektrizität hat zwar begonnen, aber der Weg ist noch weit bis zur Verkehrswende. Energiespektrum beleuchtet dies hier in einem Beitrag der Ausgabe 03/18 und geht auf den anstehenden Umbau der Strukturen näher ein.


So hat das Wuppertal Institut untersucht, wie es gelingt, dass 2035 die CO2-freie Mobilität in Deutschland der Normalfall ist. Die Studie stellt ein Verkehrssystem vor, das sich radikal von der bisherigen Realität unterscheidet. Der Beitrag geht näher auf die Ergebnisse ein.

Datum:
18.05.2018
Bilder:
Th. Reinhardt / pixelio.de

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