26. MAI 2018

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Lücke bei Windausschreibung


Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der zweiten Ausschreibungsrunde für das Jahr 2018 für Windenergie an Land veröffentlicht. Die 670 MW-Ausschreibung war mit Geboten von 604 MW leicht unterzeichnet, der durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 5,73 ct/kWh.

Der Wert lag damit über dem durchnittlichen Zuschlagswert der letzten Ausschreibung von 4,73 ct/kWh. Die Zuschlagswerte reichten von 4,65ct/kWh bis zu 6,28 ct/kWh.


Auch in dieser Ausschreibung wurden nur Projekte mit Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz berücksichtigt. Laut BNetzA konnten 1.384 MW genehmigte Projekte an der Ausschreibungsrunde teilnehmen.


„Die leichte Unterzeichnung einer Ausschreibung bestätigt den Trend der letzten Runden mit zurückgehenden Gebotsmengen“,  so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Die gegenüber der Ausschreibung im Februar angestiegene Förderung dürfte Bietern wieder verstärkte Anreize bieten, an zukünftigen Ausschreibungen teilzunehmen.“

VDMA mahnt zu Entscheidungen

Der VDMA bewertet die Unterzeichnung anders. „Das Ergebnis ist überraschend, eine Unterzeichnung der Auktion spiegelt nicht das Volumen an bereits genehmigten Projekten wider“, so Matthias Zelinger, Geschäftsführer von VDMA Power Systems.


„Das Ausschreibungsmodell bleibt richtig zur Organisation des Ausbaus erneuerbarer Energien. Wenn aber - wie in dieser Runde - ein Großteil der genehmigten Projekte nicht einmal an der Ausschreibung teilnimmt, so muss man davon ausgehen, dass nicht ausreichend in neue Genehmigungen investiert wird, solange bis das politische Gezerre beendet ist", sagt Zelinger.


"Wenn sehr wenige neue Genehmigungen erteilt wurden, so sind die Aussichten auf substanziellen Wettbewerb bedroht. Daher muss die BImSch-Genehmigungspflicht schnellstmöglich beschlossen und dauerhaft verlängert werden. Darüber hinaus fordern wir eine baldige Transparenz, wie und wann das Sondervolumen aus dem Koalitionsvertrag ausgeschrieben wird“, kommentiert Zelinger die Ergebnisse weiter.


Zu untersuchen ist aus Sicht der Hersteller auch, ob die regional nach wie vor sehr ungleich verteilten Zuschläge der ersten Runden Auswirkungen auf die Projektierungs- und Gebotstätigkeit aus den bisher nicht erfolgreichen Regionen hat.


Laut BNetzA gingen 111 Gebote mit einem Umfang von 604 Megawatt ein. Die meisten Zuschläge gingen an Bieter in Nordrhein-Westfalen (33 Zuschläge, 138 Megawatt) und Brandenburg (16 Zuschläge, 87 Megawatt).


Das Netzausbaugebiet hatte in dieser Ausschreibung  wieder keine Auswirkungen auf die Zuschlagsentscheidung, so die Regulierungsbehörde.

Bürgerenergie

Bürgerenergiegesellschaften waren mit 15 erfolgreichen Geboten im Umfang von 113 Megawatt beteiligt und bekommen als Zuschlagswert den Gebotswert des höchsten noch bezuschlagten Gebots (6,28 ct/ kWh).


„Knapp 19 Prozent des bezuschlagten Volumens ging an Bürgerenergiegesellschaften. Das zeigt: Kleinere Akteure haben auch ohne Privilegien realistische Chancen auf Erfolg. Die Privilegien für Bürgerenergiegesellschaften können und sollten daher dauerhaft und zeitnah vor den kommenden Ausschreibungsrunden aufgehoben werden", so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.


"Dass das Ausschreibungsvolumen erstmalig unterzeichnet wurde, zeigt dass die Bundesregierung die richtigerweise im Koalitionsvertrag vereinbarten Sonderausschreibungen für erneuerbare Energien klug über die Legislaturperiode verteilt verauktionieren muss, um Preis treibende Faktoren zu reduzieren.“

 

Weitere Informationen zur zweiten Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land stellt die Bundesnetzagentur hier auf ihren Seiten bereit. 

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