18. NOVEMBER 2018

zurück

kommentieren drucken  

Auf Sendung für die Smart City


Abfallcontainer, die melden, wenn sie voll sind, Überwachung von Trafostationen oder fernauslesbare Zähler: Um die Vision der vernetzten Stadt umsetzen zu können, bietet die Funktechnik Lorawan verschiedene Möglichkeiten. Nicht nur in Freiburg ist ein Projekt dazu gestartet. Ein Überblick über Pioniere, Möglichkeiten und Grenzen der neuen Technik.
Mehrseitiger Artikel:
1 2  

Lorawan steht für für Long Range Wide Area Network. Diese Art der Informationsübertragung zählt zu den LP-WAN-Technologien, also „Low Power WAN“. Das heißt: Trotz der großen Reichweiten verbrauchen die Sensoren und Basisstationen sehr wenig Energie. Die Technik kann durch dicke Betonwände hindurch und über weite Strecken hinweg Daten übertragen. Die Datenrate liegt bei maximal 50 kBit/s.


In Freiburg stattet Badenova  die Stadt unter dem Namen I-Nova mit der neuen Kommunikationsinfrastruktur aus.


Das System arbeitet mit einem Netz von Basisstationen, sogenannten Gateways oder Konzentratoren, wie der Energieversorger mitteilt. Sie sammeln die Daten aus ihrer Umgebung per Funk ein und geben sie dann verschlüsselt an einen zentralen Server weiter, wo sie ausgelesen werden können.

Sensoren im Kanal

Das Netz von insgesamt zwanzig Gateways wird von Badenova auf eigenen Gebäuden und Anlagen im Stadtgebiet von Freiburg installiert, zum Beispiel auf Kaminen von Heizkraftwerken oder bei der Verbundwarte und anderen Immobilien.


In einem ersten Schritt will man mit der Technik die Abwassersysteme überwachen. In den Kanalschächten werden Sensoren angebracht, die Wassermenge, Druck, Fließgeschwindigkeit, Temperatur und weitere Komponenten messen und per Funk an den nächsten Gateway senden, der sie an den Server der Badenova Netztochter weiterleitet, wo sie ausgelesen werden können.


Weitere Anwendungen sind bereits in Planung, teilt der Energieversorger mit. Zum Beispiel für Wohnungsbaugesellschaften oder Besitzer von Mietshäusern, für die per Lorawan-Technik die kompletten Daten für die Betriebskostenabrechnung eingesammelt werden können.

Signale aus der Ortsnetzstation

Auch im Bereich der intelligenten Ortsnetzstationen finden sich Einsatzgebiete für die neue Technik. Energiespektrum stellte diese hier in einem Beitrag der Ausgabe 1/18 vor. Unter anderem lassen sich so Zustandsinformationen übermitteln, Daten analysieren und Alarme weiter geben.


Weil Lorawan nicht nur solche industriellen Anwendungen ermöglicht, sondern auch ein Spielfeld für private Nutzung eröffnet, hat sich in Freiburg eine Lorawan-Community gebildet, für die Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon die Schirmherrschaft übernehmen will.

Smart Waste in Karlsruhe

Berlin, Karlsruhe, Ulm oder Entega in Darmstadt setzen ebenfalls auf ein flächendeckendes Lorawan-Netz. Die Stadtwerke Karlsruhe etwa wollen Verschiedenes umsetzen. Bereits gestartet ist das Projekt Smart Waste. In diesem Anwendungsfall werden Ultraschall-Sensoren in Abfallbehältern der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) installiert, zum Beispiel in Unterflurcontainern an den Bus- und Straßenbahnhaltestellen.


Mehrseitiger Artikel:
1 2  
Datum:
22.05.2018
Bilder:
Bild: j-mel/fotolia.de

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

Neuland mit Hafenanschluss

Neuland mit Hafenanschluss

Das gemeinsame Industriewärme-Projekt von Aurubis und Enercity zur Versorgung der Hamburger Hafencity Ost steht kurz vor der Vollendung. Das Großprojekt am Hamburger Hafen gilt als Blaupause für moderne Quartierversorgung. » weiterlesen
Minol-Zenner-Gruppe übernimmt Brunata International

Minol-Zenner-Gruppe übernimmt Brunata International

Minol-Zenner expandiert. Der Mess- und Abrechnungsdienstleister übernimmt Brunata International aus Dänemark. »Die Minol-Brunata-Zenner-Gruppe ist nun europa- und weltweit der drittgrößte Anbieter von Submetering-Lösungen«, so das Unternehmen. » weiterlesen
Da hat´s gefunkt: Stromnetze sicher steuern

Da hat´s gefunkt: Stromnetze sicher steuern

Am 13. und 14. Juni hat sich die Energiebranche auf dem BDEW-Kongress in Berlin getroffen und über Themen der neuen Energiewelt diskutiert. Im Vorfeld des Kongresses haben Energieversorger verkündet, in den Aufbau eines hochverfügbaren Funknetzes zu investieren. Das bietet die Grundlage, um Stromerzeuger und -verbraucher sicher und digital zu vernetzen, so die Unternehmen. » weiterlesen
In der modernen Stadt funkt's

In der modernen Stadt funkt's

Karlsruhe, Ulm, Darmstadt: Bundesweit testen mutige Ingenieure eine neue Funktechnik. Sie soll die Basis für das Internet der Dinge in Städten und Gemeinden sein. Im Long Range Wide Area Network, kurz Lorawan, kommunizieren Sensoren über weite Strecken. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere News in unserem Newsarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

Partner

Management Forum Starnberg GmbH

Medienpartner enerope

Maslaton

GVS