22. JUNI 2018

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Wind-Service: Wie weiter in Deutschland und Europa?


Die steigende Nachfrage nach Windenergie hat den Markt für Betrieb und Wartung in den letzten 10 Jahren zu einem milliardenschweren Geschäft gemacht. Wie wird sich dieses Geschäftsfeld zukünftig entwickeln? Antworten gibt eine Analyse der KfW Ipex-Bank.

Auf dem Markt von Betrieb und Wartung (O&M) konkurrieren Anlagenbauer und unabhängige Anbieter um Marktanteile. Ihr Portfolio reicht von Basis- bis hin zu Vollwartungsverträgen, die eine technische Verfügbarkeit von rund 97 Prozent garantieren.

 

Der Wert des globalen Onshore O&M-Marktes wird laut KfW Ipex auf aktuell 14 Mrd. USD geschätzt.

 

Rund 10 % Marktzuwachs erwartet

 

"Infolge des kontinuierlichen Zubaus von Windkapazitäten sowie des steigenden Flottenalters, erwarten Sektorexperten in den nächsten Jahren ein Marktwachstum von etwa 10 Prozent pro Jahr", so KfW Ipex.

 

Das Servicegeschäft lockt nicht nur mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten, sondern auch mit stabilen, planbaren Cashflows und attraktiven Margen – im Gegensatz zum reinen Verkauf von Windenergieanlagen.

 

Es ist daher kaum verwunderlich, dass OEMs ihre Marktanteile gegenüber der im vergangenen Jahrzehnt erstarkten Konkurrenz verteidigen müssen.

 

Vor- und Nachteile von OEM und ISP

 

Während ISPs dank regionaler Ausrichtung und kleineren Overheads schnellere Reaktionszeiten sowie günstigere Preise für Standardleistungen bieten, ist die Ersatzteilversorgung von (Groß-)Komponenten tendenziell teurer, so KfW Ipex.

 

„OEMs erzielen hier aufgrund höherer Bestellmengen Kostenvorteile. Die Ersatzteilversorgung durch ISPs ist in der Regel jedoch unproblematisch, da die meisten Windenergieanlagen geringe Fertigungstiefen aufweisen“, heißt es in einer Mitteilung.

 

Auch OEMs kaufen zwischen 50 und 85 Prozent der Komponenten bei Zulieferern, heißt es. Ausnahme ist Enercon mit einer rd. 90-prozentigen Fertigungstiefe.

 

„ISPs haben somit Zugriff auf den gleichen Markt wie OEMs“, so KfW Ipex.

 

Wenn ein Windparkbetreiber zum Ende des 5- bis 20-jährigen Servicevertrags die Option auf Vertragsverlängerung hat, locken ISPs mit günstigen Konditionen, individuellen Lösungen und kurzen Kommunikationswegen.

 

Marktpotential

 

Der O&M-Markt ist profitabel und bietet Wachstumspotential für alle Beteiligten, so das Bankhaus. Die hohen Margen sorgen für ausreichend Wettbewerb.

 

„Dennoch: Die ausschreibungsbasierte Vergütung für Strom aus Erneuerbaren Energien mit zunehmend rückläufigen Preisen lässt den Kostendruck steigen. Es ist davon auszugehen, dass dies auch das O&M-Geschäft mit rückläufigen Margen und möglichen Konsolidierungen trifft“, heißt es.

 

Gleichzeitig steigen allerdings auch die Anforderungen von außen, etwa hinsichtlich der Netzstabilität.

 

Wer diese Entwicklungen mitgeht, wird laut KfW Ipex auch mittel- bis langfristig erfolgreich am O&M-Markt agieren können.

 

Deutsche Windtechnik: Service für Enercon-Anlagen

 

Jüngst hatte Deutsche Windtechnik aus Bremen bekanntgeben, künftig auch Service Enercon-Windanlagen anzubieten.

 

Hier die Meldung im Detail: www.energiespektrum.de/181088

Datum:
23.05.2018
Bilder:
Tim Riediger/BWE

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