22. JUNI 2018

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Störungen im Stromnetz beheben, lange bevor sie auftreten können: Das ist jetzt bei Schleswig-Holstein Netz möglich. Der Netzbetreiber nutzt dafür künstliche Intelligenz, kurz KI genannt.

„Die Verbindung von umfassender Datenanalyse mit einem selbstlernenden Algorithmus ermöglicht es, Fehler und Störungen im Stromnetz ab sofort deutlich zuverlässiger vorherzusagen als bisher - und viel früher Gegenmaßnahmen zu ergreifen“, so E.on in einer Mitteilung.

 

Wie wahrscheinlich ist ein Defekt?

Schleswig-Holstein Netz ist ein Teil der E.on-Netzgesellschaften.

 

E.on setzt nach eigenen Angaben das Verfahren seit rund neun Monaten bei Schleswig-Holstein Netz im Bereich der Mittelspannungsnetze ein.

 

Die Ergebnisse seien erstaunlich, heißt es. "Die Wahrscheinlichkeit, mit der wir einen Defekt im Stromnetz vorhersagen können, ist um den Faktor zwei bis drei gestiegen", erläutert Thomas König von E.on.

 

"Und davon profitieren unsere Kunden, denn mögliche Fehlerquellen, die wir im Vorfeld erkennen, verringern die Störungsanzahl und machen unser Stromnetz stabiler."

 

Die neue Störungsvorhersage, in Fachkreisen Predictive Maintenance genannt, beruht auf einer Vielzahl interner und externer Daten, wie zum Beispiel dem Alter und der Bauart der Leitungen, Instandhaltungs- und Wetterdaten sowie Echtzeitinformationen wie dem aktuellen Lastverhalten.

 

Bessere Vorhersage

 

Die daraus entstehenden Vorhersagen eröffnen ganz neue Möglichkeiten für die Instandhaltung der Netzinfrastruktur, heißt es.

 

„Durch die Identifikation potenzieller Störungsquellen kann die Anzahl von Störungen und Ausfällen reduziert werden, da die Fehlerquellen beseitigt werden können, bevor es überhaupt zu der vorhergesagten Störung kommt“, so E.on.

 

Aus diesem Grund sind in den letzten Monaten rund ein Dutzend Instandsetzungsmaßnahmen bei Schleswig-Holstein Netz vorgezogen worden, heißt es.

 

Qui bono?

 

Die neue Technik verbessert die Planung für Netzbaumaßnahmen, wovon vor allem die Kommunen profitieren.

 

Für Bürger und Gemeinden bedeutet die verbesserte Instandhaltung eine Reduzierung von Bau- und Erdarbeiten zu Reparaturzwecken.

 

Für das Unternehmen selbst bieten sich neue Perspektiven, Budgets und Investitionen besser verteilen und im Voraus planen zu können, so E.on.

 

Berater stellen Studie vor

 

Nur 23 Prozent der Versorger haben eine Strategie für den Einsatz von künstlicher Intelligenz. Das ergab eine Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger, die im März vorgestellt wurde.

 

Hier die Details zum Nachlesen: www.energiespektrum.de/179759

Datum:
29.05.2018
Bilder:
Gerd Altmann / pixelio.de

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