22. JUNI 2018

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Stadtwerke-Finanzen analysiert


Trotz positiver gesamtwirtschaftlicher Entwicklung ist die wirtschaftliche Lage vieler kommunaler Energieversorger in Deutschland besorgniserregend. Das ergab eine Studie.

So ist in fast jeder vierten der 91 größten Städte (ab 80.000 Einwohner) sowohl die Haushaltslage der Kommune als auch des jeweiligen Stadtwerke-Konzerns angespannt. Das hat eine Analyse des von KPMG geförderten Instituts für den öffentlichen Sektor ergeben, heißt es in einer Mitteilung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

 

„In diesen Städten können sich die betreffenden Stadtwerke-Konzerne nicht uneingeschränkt darauf verlassen, im Falle einer Krise von ihrer Kommune gestützt zu werden“, so KPMG.

 

Risikofaktor Energiewende

 

Drei Viertel beziehungsweise 76 Prozent der in die Kategorie „gefährdet“ eingestuften Stadtwerke führen in ihren Geschäfts- und Lageberichten die Energiewende als Grund für ihre unbefriedigende wirtschaftliche Lage auf oder sehen darin ein wesentliches Risiko, heißt es den Angaben zufolge.

 

Mit 71 Prozent ebenfalls häufig angeführt wird der gestiegene Preis- und Wettbewerbsdruck.

Fast alle mit „rot“ klassifizierten Stadtwerke benennen einzelne Konzernsparten, die aus ihrer Sicht ein finanzielles Risiko oder eine wirtschaftliche Belastung für das Unternehmen darstellen.

 

Am häufigsten wird hierbei mit 76 Prozent der Fälle der Öffentliche Personennahverkehr genannt.

 

Kommunen sind verschuldet

 

„Trotz voller Steuerkassen und rosiger Zeiten für die Wirtschaft hat sich die Lage der kommunalen Konzerne in den größten Städten Deutschlands in den vergangenen zwei Jahren kaum verbessert“, so Mathias Oberndörfer, Bereichsvorstand bei KPMG.

 

Ursache sei die Verschuldung der Kommunen.

 

Zugleich nehme der Druck auf die Stadtwerke zu, denn Digitalisierung oder autarke Stromversorgung können traditionelle Geschäftsfelder zunehmend gefährden, heißt es.

 

„Das alles erfordert, den ‚Konzern Kommune‘ als Ganzes noch stärker unter die Lupe zu nehmen,“ so Oberndörfer.

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