22. JUNI 2018

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Stromnetzausbau: Wann platzt der Knoten?


Bundesweit müssen tausende Hochspannungsleitungen modernisiert werden. Grund ist der Atomausstieg. Die Arbeiten kommen nur zögerlich voran, unter anderem wegen Bürgerprotesten. Jetzt erfolgte der Startschuss für ein wichtiges Projekt in Süddeutschland.

Bei der Bundesnetzagentur ging ein Antrag für  die Verstärkung einer Stromleitung von Wullenstetten in Bayern nach Niederwangen in Baden-Württemberg ein.

 

Das Vorhaben hat eine Länge von 88 km und sieht die Zu- und Umbeseilung einer bereits vorhandenen Wechselstromleitung vor.

 

„Der Antrag ist der Startschuss für einen weiteren wichtigen Baustein beim Ausbau des deutschen Stromnetzes im Zuge der Energiewende“, so BNetzA-Chef Jochen Homann.

 

Das Vorhaben verbessere die  Versorgungssicherheit in der Region und erhöhe mittelfristig die Übertragungskapazität nach Österreich.

 

Vereinfachtes Verfahren

 

Da die Netzverstärkung in der Trasse einer bereits bestehenden Stromleitung geplant ist, hat der Netzbetreiber Amprion beantragt, die Bundesfachplanung im vereinfachten Verfahren durchzuführen, so die BNetzA.

 

Im Gegensatz zum Regelverfahren wird dabei kein Trassenkorridor von etwa 1.000 Meter Breite untersucht, sondern der konkrete Verlauf einer bestehenden Höchstspannungsleitung, die ersetzt oder ausgebaut werden soll, heißt es.

 

Antragskonferenz voraussichtlich im Juli 2018

 

Sobald die Bundesnetzagentur festgestellt hat, dass die Unterlagen vollständig sind, wird sie den Antrag veröffentlichen und  zu einer Antragskonferenz vor Ort einladen.

 

Dort haben Behörden, Verbände sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich zu informieren und Hinweise zu den Vorschlägen des Netzbetreibers abzugeben.

 

Die Antragskonferenz ist ein wichtiger Bestandteil der Öffentlichkeitsbeteiligung in der Bundesfachplanung.

 

Danach findet noch ein Planfeststellungsverfahren mit weiterer Öffentlichkeitsbeteiligung über die konkreten Baumaßnahmen statt .

 

Kritik an langen Vorlaufzeiten

 

Experten kritisieren, der Bau neuer Stromleitungen oder die Modernisierung bestehender Trassen dauere viel zu lang. Ein Beispiel dafür ist das Projekt Thüringer Strombrücke.

 

Nach über zehn Jahren Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeit ging vorigen September die Südwest-Kuppelleitung von Sachsen-Anhalt über Thüringen nach Bayern in Betrieb.

 

Hier die Details zum Nachlesen www.energiespektrum.de/176209


 

„Frühestens 2025“

 

Speziell der Bau der sogenannten Stromautobahn zwischen Nord- und Süddeutschland sorgt für viel Gesprächsstoff bei Politik und Experten. Anfang 2017 berichtete Energiespektrum ausführlich über den Bau von Hochspannungsleitungen, wo es hakt, und wie man die Projekte beschleunigen kann.

 

Hier der Beitrag „Frühestens 2025“ aus Heft 2/17 zum Nachlesen www.energiespektrum.de/172241

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