22. JUNI 2018

zurück

kommentieren drucken  

Wasser und Lithium-Ionen: Speicher hoch zwei


Um das Netz stabil zu halten, werden Speicher benötigt, die sekundenschnell Abweichungen von Stromerzeugung und Stromverbrauch ausgleichen. Diese Fähigkeit haben sowohl Batteriespeicher als auch moderne Pumpspeicherkraftwerke. In Nordbayern ging nun eine Kombination aus Batterie und Pumpspeicher in Betrieb.

Es handelt sich den Angaben zufolge um ein deutschlandweit einzigartiges Projekt, so Engie Deutschland in einer Mitteilung.

 

Regelenergie-Pool

 

Das Unternehmen investierte am Standort der Kraftwerksgruppe Pfreimd in Reisach knapp 20 Millionen Euro. Voraussetzung war der 2015 erfolgte Umbau des Pumpspeicherkraftwerks Reisach für die Erbringung von Regelenergie.

 

Der Batteriespeicher ist mit einer Kapazität von 12,5 Megawatt einer der größten Lithium-Ionen-Speicher in Bayern, heißt es.

 

Der dezentrale Batteriespeicher ergänzt die bestehende Anlage des Pumpspeicherkraftwerks, das bereits heute rund fünf Prozent der Regelenergie für das deutsche Netz beziehungsweise ein Prozent für das westeuropäische Übertragungsnetz liefert.

 

Über ein Pooling beider Anlagen sorgt Engie für die nötige Besicherung der Regelenergiekapazitäten.

 

„Mit der zunehmenden Umstellung der Stromerzeugung auf volatile erneuerbare Energiequellen steigt auch der Bedarf an Speichern“, sagte Manfred Schmitz, CEO von Engie Deutschland.

 

„Durch die intelligente Kombination eines Batteriespeichers mit einem Pumpspeicherkraftwerk, die beide innerhalb weniger Sekunden startbereit sind, tragen wir zu einer sicheren Energieversorgung im Rahmen der Energiewende bei“, so Schmitz.

 

Li-Io-Zellen

 

Zentraler Bestandteil des Batteriespeichers sind Lithium-Ionen-Zellen. Durch 39.600 in Reihe und parallel geschaltete Batterien wird chemische in elektrische Energie umgewandelt und umgekehrt.

 

Die Batterien sind in 180 Schränken mit einer Kapazität von jeweils 76 Kilowattstunden zusammengefasst, verteilt auf die vier Batteriecontainer.

 

Die Netzanbindung erfolgt über drei 20-Kilovolt-Transformatoren und speist in das Netz der Bayernwerke ein.

 

Das gesamte Batteriespeichersystem wurde von Siemens schlüsselfertig geliefert. Zum Lieferumfang gehörte auch das Steuerungssystem des Batteriespeichersystems, welches direkt an das Leitsystem der Kraftwerksgruppe Pfreimd angeschlossen wurde.

 

Wasserkraft für ein stabiles Energienetz

Das von Engie Deutschland betriebene Pumpspeicher- und Laufwasserkraftwerk am Fluss Pfreimd wurde 2015 umfassend modernisiert und seine Leistung um rund acht Prozent gesteigert, heißt es.

 

„Die vorhandenen hochflexiblen Pumpspeichersätze, die sich unter anderem im hydraulischen Kurzschluss betreiben lassen, eignen sich hervorragend für ein Pooling mit anderen Regelenergiekapazitäten“, so Engie.

Datum:
11.06.2018
Unternehmen:
Bilder:
Bild: Kraftwerksgruppe Pfreimd
Bild: Mike Auerbach
Bild: Kraftwerksgruppe Pfreimd

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

Sonne lokal vermarkten

Sonne lokal vermarkten

Wie können PV-Anlagenbesitzer am Energiemarkt teilnehmen und dabei aktiv zur Netz- und Systemeinbindung erneuerbarer Energien beitragen? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Pilotprojekt in Hannover, bei dem ein dezentraler virtueller Großspeicher auf Basis der Blockchain-Technologie für entsprechende Geschäftsmodelle entwickelt und getestet werden soll. » weiterlesen
Uniper setzt auf Kisters-Leittechnik

Uniper setzt auf Kisters-Leittechnik

Uniper modernisiert die Leitstand-IT mehrerer Kraftwerke in Deutschland und Ungarn. Kisters-Lösungen werden künftig eine installierte Leistung von 12 Gigawatt überwachen, so das IT-Unternehmen. » weiterlesen
Wemag übernimmt Energiehaus Deutschland B2B GmbH

Wemag übernimmt Energiehaus Deutschland B2B GmbH

Die Energiehaus Deutschland B2B GmbH aus Bayreuth beliefert bundesweit Kunden aus der Immobilienwirtschaft mit Erdgas und Strom. Künftig ist die Gesellschaft ein Teil der Wemag-Unternehmensgruppe. » weiterlesen
Neues Verfahren für Regelenergie

Neues Verfahren für Regelenergie

Die Bundesnetzagentur ändert den Zuschlagsmechanismus bei der Ausschreibung von Regelenergie. „Die Analyse der Ursachen der extrem hohen Arbeitspreisgebote im Herbst 2017 haben gezeigt, dass der bisherige Zuschlagsmechanismus einer Weiterentwicklung bedurfte“, so Jochen Homann, Präsident der BNetzA, zur Entscheidung der Behörde. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere News in unserem Newsarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

Partner

Management Forum Starnberg GmbH

Medienpartner enerope

Maslaton

GVS