17. JULI 2018

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Digital ist nicht egal


Die Stadtwerke in Deutschland befinden sich mitten in der digitalen Transformation – entsprechend nimmt die Digitalisierung inzwischen für sie eine große Bedeutung ein. Das sind Ergebnisse der Stadtwerke-Studie 2017 im Auftrag von EY (Ernst & Young) und BDEW. Sie beschäftigt sich auch mit den Fortschritten bei Smart Metering und IT-Sicherheit.

Laut Studie wollen sich 77 Prozent der Stadtwerke in den kommenden zwei bis drei Jahren stark oder sehr stark mit der Digitalisierung auseinandersetzen – vor einem Jahr waren es noch 71 Prozent.


Mit Smart Metering – also intelligenten Messstellen – wird von 75 Prozent der Stadtwerke ein eng mit der Digitalisierung verknüpftes Thema ebenfalls als besonders wichtig hervorgehoben.

Mehr Chance als Bedrohung

51 Prozent sehen die Digitalisierung inzwischen als Chance. Vor einem Jahr waren es noch 47 Prozent. Der Anteil der Stadtwerke, die die Digitalisierung als Bedrohung wahrnehmen, ist von 27 auf 22 Prozent gesunken.


„Obwohl die Stadtwerke viel Arbeit beim Transformationsprozess erwartet, nehmen sie die Digitalisierung inzwischen überwiegend als Chance wahr. Das ist eine gute Nachricht: Diese positive Sicht auf die neuen Technologien ist die Voraussetzung dafür, dass die Stadtwerke sie erfolgreich integrieren und in der Lage sind, neue Geschäftsfelder zu erschließen und bestehende zu verbessern“, stellt Helmut Edelmann, Director Utilities bei EY, fest.

Gute Geschäftslage erwartet

Angesichts der guten wirtschaftlichen Lage können die Stadtwerke insgesamt auf eine starke Basis bauen als Ausgangslage für die anstehenden Herausforderungen, teilt der BDEW weiter mit. Die Einschätzung der Geschäftslage hat sich gegenüber dem Vorjahr noch verbessert: 59 Prozent erwarten gute oder sehr gute Geschäfte, 2017 waren es 56 Prozent. Nur sieben Prozent stellen sich auf schlechte Geschäfte ein.


Gute Voraussetzungen also für die Digitalisierung der Geschäftsmodelle, so der BDEW. Allerdings stießen die Stadtwerke auf Probleme, die sie bei ihren Vorhaben bremsen. An erster Stelle nennen sie den bürokratischen Aufwand, der für 65 Prozent ein Hemmnis darstellt. 63 Prozent sehen die personellen Ressourcen beziehungsweise die fehlende Qualifikation der eigenen Mitarbeiter als Hemmnis.

Rollout digitaler Zähler

„Die Stadtwerke sehen sich mit zahlreichen Gesetzen und Regelungen konfrontiert, unter anderem dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende, dem Messstellenbetriebsgesetz oder dem IT-Sicherheitsgesetz. Die daraus folgenden gesetzlichen Anforderungen haben viele Stadtwerke schon angenommen – unter anderem durch den Rollout moderner digitaler Messeinrichtungen“, so Edelmann.


26 Prozent hätten schon mit dem Rollout begonnen, 33 Prozent planten ihn für das laufende Jahr.


„Und für die nächste Stufe – den Einbau  intelligenter Messsysteme, also digitale Zähler, die kommunizieren können – haben die meisten schon eine Strategie in der Schublade“, ergänzt er. Sie warteten noch auf den Startschuss durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, der folgt, sobald die  Geräte von drei Herstellern zertifiziert worden sind. Die Quote der Stadtwerke, die noch keine Strategie haben oder abwarten, sei jedenfalls von 46 Prozent auf 30 Prozent gesunken.

IT-Sicherheit

Auch bei der IT-Sicherheit kommen die Unternehmen voran – wenngleich langsam: So stufen zwar 69 Prozent der Stadtwerke die Gefahr von Ausfällen in der Stromversorgung durch Hackerangriffe als hoch oder sehr hoch ein. Im Vorjahr war der Anteil mit 73 Prozent jedoch noch etwas höher.


Inzwischen haben 37 Prozent der Unternehmen ein Informationssicherheitssystem installiert. Vor einem Jahr waren es nur 13 Prozent. Über die Hälfte der Stadtwerke hat zudem einen IT-Sicherheitsbeauftragten benannt.


An der Stadtwerke-Studie beteiligt waren 101 deutsche Versorgungsunternehmen aller Größenordnungen. Befragt wurden deren Vorstände und Geschäftsführer.

Die Studie können Sie hier auf den Seiten des BDEW abrufen.

Datum:
15.06.2018
Unternehmen:
Bilder:
Bild: ekaphon/ fotolia.de

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