19. NOVEMBER 2018

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Studie: Zwei-Grad-Ziel braucht Tempo


Der weltweite Übergang in ein nachhaltiges Energiesystem kommt nur schleppend voran. Wenn das Zwei-Grad-Ziel erreicht werden soll, können sich Politik, Industrie und Verbraucher bei der Senkung der Emissionen keine weiteren Verzögerungen mehr erlauben. Das ergab eine Studie von Equinor.

»Die Energiewende ist bereits in vollem Gange, ihre Geschwindigkeit und Umfang bleiben jedoch unklar. Wir veröffentlichen die ›Energy Perspectives‹-Studie, um zur Diskussion über die Energiezukunft beizutragen, Einblicke zu geben, herauszufordern und auch selbst herausgefordert zu werden«, sagt Eirik Wærness, Chefvolkswirt von Equinor.

Die ›Energy Perspectives‹ werden dieses Jahr zum achten Mal in Folge veröffentlicht. Es werden darin drei Szenarien skizziert: »Reform«, »Renewal« und »Rivalry«. Die Entwicklung der Weltwirtschaft, internationalen Energiemärkte, Treibhausgasemissionen und des Energiemix unterscheiden sich je nach Entwicklungspfad.

Die Studie zeigt, wie Politik, neue Technologien und Marktbedingungen die Entwicklungen beeinflussen könnten, sowohl in positiver wie auch in negativer Hinsicht.

Viele Ziele, wenig Ergebnisse

Trotz der ambitionierten Ziele des Pariser Klimaabkommens sind der Kohleverbrauch und die CO2-Emissionen 2017 gestiegen. Auch die Nachfrage nach Öl und Gas ist erneut gewachsen. Zwar schreitet die Elektrifizierung des Mobilitätssektors voran. Sie kann jedoch noch bei Weitem nicht mit den steigenden Absatzzahlen der Fahrzeugbranche Schritt halten.

Obwohl neue Technologien schneller entwickelt werden als erwartet, verläuft die Energiewende noch immer zu langsam, nicht zuletzt aufgrund fehlender politischer Rahmenbedingungen.

Elektrifizierung als Schlüssellösung

In allen drei Szenarien steigt der Strombedarf. Wind-und Sonnenenergie werden dabei bis zum Jahr 2050 einen bedeutenden Anteil am Strommix einnehmen. Im »Renewal«-Szenario decken Erneuerbare 2050 sogar 49 Prozent des Bedarfs, im Vergleich zu nur 5 Prozent im Jahr 2015.

Diese wachsende Nachfrage, ein notwendiger Kohleausstieg sowie die sinkende Nachfrage nach fossilen Brennstoffen, erfordern enorme Investitionen in neue Erzeugungskapazitäten, Ausbau der Netzinfrastruktur und neue Speichertechnologien.

Der Bedarf nach fossilen Energieträgern wird auch im Szenario mit eingehaltenem Zwei-Grad-Ziel weiterhin bestehen. Erdgas wird im Energiemix 2050 dann einen nur um 10 Prozent geringeren Anteil haben als im Jahr 2015. Der Ölbedarf hingegen wird bis 2050 um ungefähr 38 Prozent sinken.


Datum:
19.06.2018
Unternehmen:
Bilder:
Dieter Schütz/pixelio.de
Bild: Equinor

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