17. JULI 2018

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Netzausbau für die Zeit nach 2030


Jüngst kündigte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ein Konzept für den beschleunigten Stromnetzausbau an. Noch dieses Jahr werde das Bundeskabinett das sogenannte Netzausbaubeschleunigungsgesetz verabschieden, so Altmaier. Netzbetreiber Tennet hat untersuchen lassen, wie die Netzplanung den künftigen Anforderungen der Energiewende gerecht wird.

Der Netzausbau ist eine der größten Herausforderung der Energiewende. Er wird mit den neuen Zielen der Bundesregierung für mehr erneuerbare Energien noch weiter an Bedeutung gewinnen und der Netzausbaubedarf wird deutlich steigen.

Daher hat Tennet untersuchen lassen, wie eine Netzplanung 2.0 aussehen muss, die überdimensionierten Netzausbau vermeidet.

Digitalisierung und Demand Side Management

»Ich gehe davon aus, dass wir mehrere tausend Kilometer zusätzlichen künftigen Netzaus- und umbau mit einer vollständigen Digitalisierung und Automatisierung der Netze einsparen können«, so Tennet-Chef Lex Hartman mit Blick auf die Ergebnisse zweier Studien, die das Unternehmen erstellen ließ.

Darüber hinaus könnten durch Demand Side Management und Speicher Leistungsspitzen teilweise verlagert und so die Auslastung der Netze noch mehr optimiert werden, heißt es.

Ein weiterer Anteil des Stroms könne über Power-to-X Technologien verbraucht werden. Erst darüber hinausgehende Transportbedarfe würden in Zukunft neue Netze nötig machen, so Hartman.

Tennet will nach eigenen Angaben die Studienergebnisse, Vorschläge und weitere Ideen noch in diesem Jahr mit Netzbetreibern, Politik und Gesellschaft diskutieren.

Bevor die Stromnetze von morgen geplant würden, sollten zuerst alle technologischen Alternativen zum Netzausbau und Innovationen ausgeschöpft und langfristige Entwicklungen einbezogen werden, so Tennet.

Mit dem heute gesetzlich festgelegten Netzausbau werde bis 2030 ein Basisnetz für die Energiewende geschaffen. Diese Maßnahmen seien zwingend notwendig, um die Erneuerbaren, die jetzt und in den nächsten Jahren entstehen, zu den Verbrauchern zu transportieren, so der Netzbetreiber.

Energiewendenetz

Aber für das Energiewendenetz von morgen und übermorgen müsste die Planung Einflussfaktoren aufnehmen, die sich mindernd auf den Bedarf an Netzaus- und umbau auswirken.

Dazu gehöre, dass langfristige energiewirtschaftliche Entwicklungen mit einbezogen würden.

Innovationen müssten systematisch bewertet werden, inwieweit sie technologisch relevant und ökonomisch sinnvoll, rechtlich und gesellschaftspolitisch umsetzbar sind.

Außerdem müssten Alternativen zum Netzausbau wie zum Beispiel ein veränderter Erzeugungsmix, die regionale Verteilung von Erzeugung und Speichern, Demand Side Management, Sektorenkoppelung mit den Wärme- und Verkehrssektoren aufgezeigt werden.

Die Studien stehen auf der Tennet-Website www.tennet.eu zum Download bereit.




Datum:
26.06.2018
Unternehmen:
Bilder:
Bild: Rainer Sturm /pixelio.de

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