17. JULI 2018

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Mehr Handlungsbedarf


Die Energiewende in Deutschland kommt nicht auf allen Feldern wie gewünscht voran. Zwar macht der Ausbau der Erneuerbaren Fortschritte, diesen stehen erhebliche Defizite bei der Steigerung der Energieeffizienz gegenüber. Besonders die Entwicklungen im Verkehr gehen in die falsche Richtung, so die Expertenkommission zum sechsten Monitoring-Bericht zur Energiewende.
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Auch dem Monitoring-Bericht der Bundesregierung zufolge bestehe in diesen Bereichen ein erheblicher Handlungsbedarf. Doch dazu müsse die Energiewende wieder einen höheren Stellenwert auf der politischen Agenda bekommen.

Das Bundeskabinett hat am 27. Juni den sechsten Monitoring-Bericht zur Energiewende beschlossen. Der Bericht gibt einen Überblick über den Stand der Energiewende im Jahr 2016 und den Fortschritt bei der Umsetzung. Die Monitoring-Berichte sind Teil des 2011 gestarteten Monitoring-Prozesses „Energie der Zukunft“. Zur Begleitung Prozesses hatte die Bundesregierung eine Kommission aus unabhängigen Energieexperten berufen, die  unter anderem Stellungnahmen zu den Berichten erstellt.
 
In den letzten Jahren konnte die Bundesregierung wichtige Vorhaben zur Energiewende verwirklichen, teilt die Expertenkommission weiter mit. Dazu gehören etwa der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE), der Übergang zu Ausschreibungen bei der Förderung des Ausbaus der erneuerbaren Elektrizität oder die Weiterentwicklung des Strommarktdesigns. Diese Maßnahmen reichen jedoch nicht aus, um die Ziele des Energiekonzepts zu erreichen, so die Experten.
 
Ernüchternde Bilanz
 
Die Bestandsaufnahme der Expertenkommission zum Monitoring-Prozess „Energie der Zukunft“ für das Jahr 2020 zeige die Handlungsnotwendigkeiten: Im Bereich der Erneuerbaren wurde das 2020-Ziel für den Anteil am Bruttostromverbrauch bereits 2017 erfüllt, die anstehende EEG-Reform sollte allerdings weitere Schritte zur Integration in den wettbewerblichen Strommarkt anstoßen.

Die Zielerreichung für den Wärmeverbrauch ist nicht sichergestellt und das Ziel für die Erneuerbaren im Verkehr wird sogar deutlich verfehlt werden, heißt es.

Im Bereich der Energieeffizienz ist die Situation schwieriger: Trotz zahlloser politischer Initiativen und Maßnahmen erscheint keines der entsprechenden Ziele für 2020 erreichbar. Die Energieproduktivität müsste gegenüber der bisherigen Trendentwicklung um den Faktor 4 gesteigert werden, um noch bis 2020 auf den Zielwert des Energiekonzepts zu gelangen. Dies zeigt die Notwendigkeit des politischen Engagements für mehr Energieeffizienz.
  
Veränderung ohne Dynamik
  
Im Verkehrsbereich ist der Endenergieverbrauch zum vierten Mal in Folge angestiegen, allein im Jahr 2016 um fast 3 % gegenüber dem Vorjahr. Mittlerweile entspricht die Ziellücke zum 2020-Ziel in Deutschland rechnerisch dem Jahresverbrauch von mehr als 10 Mio. Pkw.


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