19. NOVEMBER 2018

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Sicher versorgt?


Die geplante Ostseepipeline Nord Stream 2 ist zur Sicherung der Erdgasversorgung nicht nötig, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW mitteilt. Nach Modellrechnungen des Instituts verfügen Deutschland und Europa bereits über ein gut ausgebautes Netzwerk von Pipelines und Lieferregionen.
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Das könne weiter diversifiziert und im Bedarfsfall durch Flüssiggaslieferungen ergänzt werden. Sowohl die deutsche als auch die europäische Erdgasversorgung sei damit krisenfest.


„Die Erdgasversorgung ist sicher. Dank einer gut entwickelten Infrastruktur und einer Vielfalt an Lieferländern kann und wird es keine Versorgungsengpässe geben. Selbst ein unwahrscheinlicher Totalausfall der russischen Erdgaslieferungen könnte durch alternative Bezugsquellen und Effizienzsteigerungen ausgeglichen werden. Zudem zeigen Szenarien, dass der Erdgasbedarf eher zurückgeht“, sagt DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert.

Vom europäischen Gerichtshof bemängelt

Laut dem Institur überschätzen energiewirtschaftliche Analysen oft den künftigen deutschen und europäischen Erdgasbedarf erheblich. Gründe dafür seien unter anderem, dass diese die Kosten für erneuerbare Energien zu hoch ansetzen und die Bedeutung von Klimaschutz unterschätzen.


Dies gelte insbesondere für das EU-Referenzszenario, das dem Projekt Nord Stream 2 zugrunde liegt und dessen Annahmen bereits vom Europäischen Rechnungshof bemängelt wurden.


Die Berechnungen des DIW Berlin würden zeigen, dass sowohl die erneuerbaren Energien als auch die Klimaschutzpolitik dazu führen werde, dass der Erdgasbedarf in Europa aller Voraussicht nach eher zurückgehen werde.

Politische Hintergründe

Aus betriebswirtschaftlicher Perspektive sei Nord Stream 2 ebenfalls fragwürdig, so das Institut. Mehrere Analysen deuten darauf hin, dass das Projekt weit von wirtschaftlicher Rentabilität entfernt sei.


„Die Projektgesellschaft wird die zusätzlichen Kosten in einem überwiegend gesättigten europäischen Erdgasmarkt tendenziell auf die Endverbraucher umlegen. Es ist wahrscheinlich, dass politische Gründe hinter der Entscheidung für die Nord Stream 2 Pipeline stehen“, so Kemfert.

Umfrage: Deutsche sehen Erdgas als Partner der Erneuerbaren

Auch eine Forsa-Umfrage hat sich mit dem Thema Erdgasversorgung beschäftigt. Im Auftrag von Wintershall und Zukunft Erdgas befragte das Forschungsinstitut 1.001 Bundesbürger unter anderem zu Energiewende, zur Entwicklung des Erdgasmarktes und zu Lieferländern.


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Datum:
10.07.2018
Unternehmen:
Bilder:
Bild: Nord Stream 2 / Wolfram Scheible

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