22. AUGUST 2018

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Offshore-Windbranche fordert Politik
zum Handeln auf


Aus Sicht von Branchenvertretern der Offshore-Windenergie unternimmt die Bundesregierung zu wenig, um das Ziel ›65 Prozent Strom aus Erneuerbaren bis 2030‹ auch zu erreichen. Sie fordert entsprechende Maßnahmen. Die Branche hat zudem Zahlen für das erste Halbjahr veröffentlicht.

Dringend notwendig für das 65-Prozent Ziel sei eine zügige Erhöhung der Ausbaupfade für alle Erneuerbaren, darunter ein schneller Sonderbeitrag für Offshore-Windenergie und eine Anhebung des Offshore-Ausbaudeckels, teilen AGOW, BWE, die Stiftung Offshore-Windenergie, VDMA Power Systems und WAB weiter mit.


Das Ziel müsse durch ein Mengengerüst für den Ausbau glaubwürdig unterlegt werden.

Sonderbeitrag für Offshore-Wind


„Der energiepolitische Stillstand der letzten Monate muss beendet werden. Wir fordern die Bundesregierung auf, nach der Sommerpause unverzüglich den Sonderbeitrag Offshore-Wind zu beschließen. Ansonsten können die selbstgesteckten Klimaziele nicht erreicht werden“, erklärten die Branchenvertreter „Darin ist sich die Branche auch mit den Übertragungsnetzbetreibern einig.“

Ausbaupfade


Für die Windenergie auf See sei bis 2030 ein Ausbau von mindestens 20 GW erforderlich. Bis 2035 müssten mindestens 30 GW an Offshore-Leistung installiert werden.


Das bestehende Ausbauziel von 15 GW bis 2030 wird den neuen Zielen der Bundesregierung nicht gerecht, so die Verbände.

"Bis 2020 planmäßig"

Zudem hat die Branche Zahlen zum Ausbau für das erste Halbjahr vorgelegt. Demnach laufe der Ausbau der Offshore-Windenergie bis 2020 nach Plan, heißt es in der Mitteilung.


Zum Ende des ersten Halbjahres 2018 speisen insgesamt 1.169 Anlagen mit einer Leistung von 5.387 MW in das Netz ein. Fünf Projekte mit einer Leistung von 1.944 MW befinden sich im Bau. Davon werden voraussichtlich Anlagen mit einer Leistung von bis zu 1.000 MW bis Ende des Jahres ans Netz gehen, wie die Verbände mitteilen.


Der Anteil von Offshore-Windenergie an der gesamten Stromerzeugung steigerte sich gegenüber dem Vorjahreshalbjahr von 2,7 auf 2,9 Prozent (9,4 Mrd. kWh – Zahlen des BDEW). Der Anteil aller erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung lag im ersten Halbjahr 2018 erstmals vor der Braun- und Steinkohle.

Zusätzliche Ausschreibungen gefordert


Um die Klimaziele zu erreichen, fordern die Verbände, dass die im Koalitionsvertrag beschlossenen und ursprünglich vor dem Sommer geplanten Sonderausschreibungen für erneuerbare Energien umgesetzt werden müssen. Bei der Offshore-Windenergie sollte die Politik die Weichen für zusätzliche Ausschreibungen in den Jahren 2019 und 2020 stellen.


"Darin sollten mindestens 1,5 GW Gesamtvolumen in Nord- und Ostsee enthalten sein. Diese sollten über die Nutzung freier Netzanschlusskapazitäten realisierbar sein", so die Branchenvertreter


Außerdem fordern die Verbände, dem Ausbau der großen Übertragungsnetze Priorität einzuräumen und vorhandene Vorschläge zur Netzoptimierung gesetzlich zu verankern. 


Regulatorische Hürden für die weitere Koppelung der Sektoren sollten beseitigt werden. Dazu gehöre auch die Möglichkeit, Strom aus Offshore-Windenergie direkt für die unterschiedlichen Power-to-X Anwendungen einsetzbar zu machen.

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