22. AUGUST 2018

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Mit Biokohle zu Biomethan


Biogas in Erdgasqualität: Bislang ist dieses Ziel noch nicht erreicht. Denn Biogas enthält vergleichsweise viel Kohlendioxid, das seinen Brennwert verschlechtert. Forscher der Universitäten Hohenheim in Stuttgart und Lissabon können einen biologischen Filter herstellen, der dem Biogas Kohlendioxid entzieht.

Sie verwenden dafür die Gärreste aus den Biogasanlagen. Diese bauen sie über Hydrothermale Karbonisierung (HTC) zu Aktivkohle um. Die Aktivkohle entzieht dem Biogas überflüssiges Kohlendioxid. Das erhöht die Gas-Qualität und damit die Wertschöpfung von Biogasanlagen, teilt die Uni Hohenheim weiter mit.

»Wir möchten Biogasanlagen rentabler machen«, erklärt Prof. Dr. Andrea Kruse, Fachgebietsleiterin der Konversionstechnologien nachwachsender Rohstoffe an der Universität Hohenheim.

»Daher untersuchen wir, wie sich aus den Gärresten der Biogasanlagen möglichst hochwertige Kohlenstoff-Materialien herstellen lassen. Aber auch andere wertvolle Stoffe sind Ziel unserer Untersuchungen. Zum Beispiel Stickstoff und Phosphate, die wertvolle Düngemittel sind.«

Aktivkohle entsteht bei chemischer Verkohlung

Die Forscher der Universität Hohenheim und der Universität Nova in Lissabon nutzten die chemische Verkohlung der Gärreste, die HTC.

»Dabei handelt es sich um ein sogenanntes nasses Verfahren«, erklärt Dr. Catalina Rodriguez Correa, ebenfalls vom Fachgebiet Konversionstechnologien nachwachsender Rohstoffe der Universität Hohenheim.

»Das bedeutet, dass wir das in den Biogasgärresten enthaltene Wasser mitverwenden können. Die Biomasse erhitzen wir in einem Druckbehälter, dem sogenannten Autoklav, drei bis sechs Stunden bei 190 bis 250 Grad Celsius.«

Die entstandene Kohle wird ausgepresst und getrocknet. Die Kohlen werden dann mit Lauge gemischt und wieder auf 600 Grad erhitzt.

Mikroporen in der Aktivkohle speichern Kohlendioxid

Das Erhitzen bewirkt, dass sogenannten Mikroporen in der Kohle entstehen. Die Mikroporen bilden den Raum, in dem sich das Kohlendioxid aus dem Biogas einlagern kann.

»Die Aktivkohle nimmt etwa das Zwei- bis Zweieinhalbfache an Kohlendioxid auf als Vergleichsproben herkömmlicher Aktivkohlen«, ergänzt Prof. Dr. Kruse.

»Damit schneiden die Biokohlen aus Gärresten deutlich besser ab. Wir hoffen, dass wir das Verfahren zusammen mit unserem Industriepartner HTCycle bald in die Anwendung führen können.«

Wissenschaftliche Veröffentlichung

Catalina Rodriguez Correa, Maria Bernardo, Rui P.P.L. Ribeiro, Isabel A.A.C. Esteves, Andrea Kruse: ›Evaluation of hydrothermal carbonization as a preliminary step for the production of functional materials from biogas digestate‹.

Der wissenschaftliche Aufsatz ist hier im ›Journal of Analytical and Applied Pyrolysis‹, Volume 124 veröffentlicht.



 

Datum:
02.08.2018
Unternehmen:
Bilder:
Bild: Philipp Pohlmann/pixelio.de

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