17. JULI 2018

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»Der Kunde muss in die Diskussion einbezogen werden«


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Ende Juli legte Ernst & Young die Kosten-Nutzen-Analyse für Smart Metering vor. Rüdiger Winkler vom Edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation über die Herausforderungen für die Marktteilnehmer.
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Die Diskussionen zur Kosten-Nutzen-Analyse beim Smart Metering, kurz KNA, laufen. Welche offenen Punkte werden hierbei noch zu wenig beachtet?

In der Kosten-Nutzen-Analyse wird hinsichtlich der zeitlichen Umsetzung so getan, als müsse nur ein Grundsatzbeschluss her und dann beginnt der Einbau der Zähler und Messsysteme von alleine. Das ist natürlich nicht so. Zum einen muss eine ganze Reihe von Gesetzen und Verordnungen angepasst werden. Zudem müssen die Marktregeln klar definiert sein und die daraus erforderlichen Geschäftsprozesse stehen. Erst dann kann der Massen-Rollout beginnen.

Inwieweit müssen die Marktkommunikation und ihre Regeln angepasst und überarbeitet werden?

Damit die Kombination aus intelligenten Zählern und intelligenten Messsystemen überhaupt zum Einsatz kommen kann und der in der KNA veranschlagte finanzielle Aufwand gerechtfertigt ist, müssen die Energielieferanten das System für den Massenmarkt nutzen können. Dazu müssen sie aber auch mit echten Verbrauchsdaten bilanzieren dürfen, statt ausschließlich mit Standardlastprofilen. Daraus folgt, dass neben der WiM auch alle anderen Marktprozesse von der MaBiS über die GPKE bis hin zu den gerade erst eingeführten Einspeise-Prozessen erneut angefasst werden müssen.

Was sind die größten Herausforderungen, denen sich die Marktteilnehmer künftig noch stellen müssen?

Der Massenrollout wird sich nicht auf ein einfaches Austauschen der Geräte beschränken. Wie alle Testprojekte gezeigt haben, muss vor allem auch der Kunde in die Diskussion einbezogen werden. Denn er muss am Ende das Ganze bezahlen. Und das braucht Zeit und ein anderes Auftreten beim Kunden. Gleichzeitig wird er eine Gegenleistung erwarten. Dies können Mehrwertangebote sein, die nach wie vor Mangelware sind. Das kann aber auch ein Beitrag der neuen Infrastruktur zum Funktionieren der Energiewende sein, was sich dann kostenbremsend auf die Energiepreise auswirkt. Diesem Aspekt ist bislang noch sehr wenig Beachtung geschenkt worden.


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es 08/2013
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