18. NOVEMBER 2018

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Aachener Elektro-Modell


Management

Infrastruktur - Stadtwerken bieten sich durch ihre Ortsnähe Chancen bei Aufbau und Betrieb. Basis sollten an Mobilitätsbedürfnissen ausgerichtete Konzepte sein.

Die Gestaltung umweltfreundlicher und nachhaltiger Mobilität gilt als eine der zentralen Herausforderungen der Gegenwart. Die Stadtwerke Aachen Aktiengesellschaft (STAWAG) engagiert sich als ein Vorreiter unter den Energieversorgern für die Einführung der Elektromobilität in Aachen.

Sie hat gemeinsam mit der RWTH Aachen das ›Aachener Modell‹ für nachhaltige Mobilität entwickelt. Basis des Modells bildet die Elektromobilität mit den vier Säulen Zweirad, Vierrad, Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) und Nutzfahrzeuge. Wichtige Grundlagen für eine um Elektromobilität erweiterte Verkehrslandschaft sind dabei Konzepte im Bereich der Mobilität, Verkehrsentwicklung und Infrastruktur.

Neben der ökologisch adressierten und verkehrspolitisch gewünschten Aufgabe hat der ÖPNV durch seine starke Verbreitung in den Städten eine Vorbildfunktion. Durch Elektro-Antriebe der Fahrzeuge kann einerseits eine positive lokale Emissionsbilanz gezogen werden. Und da der Bürger die Fahrzeuge auf den Straßen stets präsent vor Augen hat, vermögen sie ihn zum Umdenken bewegen.

Test ›Smart Wheels‹

Ein weiterer interessanter Aspekt in diesem Kontext ist das Angebot von attraktiven Mobilitätskonzepten, die eine parallele Nutzung von etwa Bus und Elektroauto oder auch Elektroroller fördern. Ziel ist nicht, noch mehr Autos in die Innenstadt zu bringen, sondern durch intelligent vernetzte und kundenorientierte Angebote die Mobilität in Städten am Bedarf orientiert und nachhaltig weiterzuentwickeln.
Da in den Innenstädten häufig Nutzfahrzeuge auf Kurzstrecken verwendet werden, stellen diese die vierte Säule einer ganzheitlichen Elektromobilitätsstrategie dar.

Daneben sind wirtschaftliche und technische Infrastrukturen eine wesentliche Grundlage der um elektrifizierte Verkehrsträger erweiterten Mobilitätslandschaft. Kommunale Stadtwerke können wegen ihrer Nähe zur städtischen Infrastrukturplanung und ihrer wirtschaftlichen Aktivität effektiv und effizient deren Integration, Aufbau und Betrieb sicherstellen.

Erste Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Energieversorgungsinfrastruktur sind Ladestationen. Aus Sicht eines Verteilnetzbetreibers ist die Verbindung zwischen den Ladestationen und einer mit Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) ausgestatteten Netzinfrastruktur hierbei eine wichtige Komponente besonders bei einer wachsenden Nutzerschaft auf Kundenseite.
Die STAWAG erforscht aktuell im Rahmen des Projekts ›Smart Wheels‹ gemeinsam mit der RWTH Aachen, FGH, Mennekes und der FEV Motorentechnik die IKT-gestützte Netzintegration von Elektrofahrzeugen in Verteilungsnetze.

Denn IKT-Systeme sind ein wesentlicher Teil zukünftiger Smart Grids zur Steuerung der lokalen Stromerzeugung und des Stromverbrauchs. Dies kann neben der technischen Steuerung auch Anwendungssysteme zur Abrechnung von Ladevorgängen beinhalten.

Stadtwerke vermögen dabei aus ihren angestammten Aufgabenfeldern heraus in den verschiedensten Bereichen einen positiven Wertschöpfungsbeitrag zu leisten. In Zusammenarbeit mit anderen können sie Ladeinfrastrukturen ökonomisch vorteilhaft beschaffen und betreiben. Gemeinsame Leasingmodelle für Ladesäulen ermöglichen Industrie- und Gewerbeunternehmen vor Ort eine wirtschaftlich sinnvolle Beteiligung am Aufbau von privat-öffentlichen Infrastrukturen.

Seine Erfahrung spricht hierbei für den kommunalen Versorger als Ansprechpartner für elektromobile öffentliche Infrastrukturen. Er hat das Fachwissen beim Aufbau und Betrieb von Verteilnetzen sowie bei der Errichtung elektrischer Kleinst- bis Großanlagen in und außerhalb der Städte.

Sauberer Umstieg


Stadtwerke greifen auch zunehmend auf erneuerbare Energien zurück und sorgen mit ihrer bedarfsorientierten Beschaffungspolitik für eine zunehmende Verbreitung bei ihren Kunden.
Das Zusammenwirken von Elektromobilität und erneuerbaren Energien ist hierbei vorbildhaft. Das Ersetzen des verbrennungsgetriebenen Verkehrs stellt einen Umstieg in eine saubere und effizientere Zukunft des Ressourcenverbrauchs dar, die für den Bürger direkt nachvollziehbar und gewünscht ist. So können sich erneuerbare und elektromobile Strategien in ihrer Umsetzung gegenseitig positiv beeinflussen. <

Thomas Smolka (RWTH Aachen), Andreas Pfeiffer und Christian Becker (STAWAG)

www.smartwheels.de

Ausgabe:
es 01/2010
Unternehmen:
Bilder:

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