22. JUNI 2018

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Eine Antwort bitte, Ruth Alt-Jansky


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Direktvermarktung quo vadis?

Das Jahr 2017 hat eine Trendwende beim Dienstleistungsentgelt gebracht. Mehrere Direktvermarkter hoben ihre Entgelte für die Direktvermarktung an. Damit kam der Markt im vierten Quartal ordentlich in Bewegung.

Anlagenbetreiber und Direktvermarkter mussten sich in kürzester Zeit im Markt neu positionieren. Dabei ging es um Schnelligkeit und absolute Kundenorientierung. Der Wettbewerb blieb äußerst intensiv. Anlagenbetreiber und Direktvermarkter mussten sich in kürzester Zeit im Markt neu positionieren. Dabei ging es um Schnelligkeit und absolute Kundenorientierung. Der Wettbewerb blieb äußerst intensiv.

Für die Anlagenbetreiber brachte 2017 einige operative Herausforderungen. Windparks wurden aufgrund der Sechs-Negative-Stunden-Regel abgeregelt. Die Wetterbedingungen waren schwierig, teilweise entstanden unerwartet hohe Ausgleichsenergiekosten. Für manche Direktvermarkter hat dies schmerzhafte Verluste gebracht. Das bedeutet für alle Direktvermarkter: Sie müssen ihre Prozesse verbessern und effizienter werden. Einige Unternehmen reduzieren bewusst ihr Portfolio.

Gemeinsam mit meinem Co-Geschäftsführer Thomas Bächle ist uns als Verbund Deutschland der Spagat zwischen effizienten Prozessen und der Ausweitung des Portfolios bisher gut gelungen. Wir sind erfolgreich in der EEG-Direktvermarktung bei der lukrativen Vermarktung von Grünstrom aus Wind, Wasser, Photovoltaik und Biomasse. Als Grünstromexperte und mit einer soliden Finanzlage als halbstaatlicher österreichischer Konzern haben wir hier einen großen Vertrauensvorsprung bei unseren Kunden.

Mit persönlichen Ansprechpartnern an zwei Standorten in München und Düsseldorf sind wir nah an unseren Kunden, konnten die Zusammenarbeit vielfach ausbauen und unser Portfolio entsprechend vergrößern. Aktuell, genauer gesagt mit Stand 1. Januar 2018, hat Verbund Deutschland rund 1.000 Megawatt im Direktvermarktungsportfolio. Zum Vergleich: Zum 1. Januar 2017 waren es noch 570 Megawatt.

Fest steht: Der Wettbewerb wird auch 2018 intensiv bleiben. Das bedeutet, dass die Standortbewertung der Windparks in der Direktvermarktung genauer werden muss. Die Intraday-Optimierung und die Ausgleichsenergiebewirtschaftung werden immer wichtiger.

Neue Chancen bieten sich für Direktvermarkter zum Beispiel in der Zusammenarbeit mit Stadtwerken. Denn Stadtwerke positionieren sich neu und wollen Direktvermarktung gern als White-Label-Angebot wahrnehmen. Wichtig wird auch die zunehmende Automatisierung der Prozesse unter anderem durch Autotrader-Handelssysteme, um im Wettbewerb besser bestehen zu können.

Ausgabe:
es 01/2018
Bilder:
Bild: Verbund Deutschland

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