24. JUNI 2018

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"Starker Bedarf"


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Service - Von Erdöl- und Erdgas hin zu grüner Energie. Ørsted hat sich gewandelt, und nicht erst gestern. Wir sprachen mit Enno Wolf, Geschäftsführer Ørsted Markets, über die Namensänderung, Digitalisierung und ganzheitliche Energiekonzepte für den Kunden.
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Dong Energy hat seinen Unternehmensnamen im November 2017 in Ørsted geändert. Welche strategischen Hintergründe hatte diese Entscheidung?

Die Ursprünge dafür liegen in der Vergangenheit. Der Name Dong Energy entstand 2006 und leitet sich aus der Dansk Olie og Naturgas her ab.
Aus dem Geschäft mit Öl und Gas haben wir uns weiterentwickelt und konsequent die Entscheidung getroffen, zunehmend grüner zu werden. Wir sind ja vor Jahren bereits in den Bereich Offshore-Wind eingestiegen und haben mit dem Verkauf unserer Öl- und Gasexplorationsfelder im letzten Jahr unsere Vergangenheit hinter uns gelassen. Damit passte Dansk Olie og Naturgas nicht mehr.

Die Strategie hinter dem neuen Namen lebt in Ihrem Fall damit schon länger als der Name...

Auf jeden Fall. Salopp gesagt passt uns das Kostüm nicht mehr. Wir sind schon längst herausgewachsen, hatten es aber immer noch an.
Wir sind in vielen Ländern unterwegs mit Windpower und mit unserem B2B-Geschäft. Erdgas haben wir natürlich nach wie vor im Angebot, wir bedienen unsere Gaskunden aber mit zugekauften Volumen. Außerdem wollen wir bis 2023 auch noch aus der Kohle aussteigen.
Zudem ist der Name im internationalen Umfeld nicht immer geeignet. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, dass wir etwas Neues brauchen.
Wir wollen natürlich einen Namen haben, der für Dänemark steht und dort sehr wichtig ist. Da bot sich Ørsted an. Er ist ein sehr bekannter dänischer Physiker, einer der Pioniere im Bereich Elektromagnetismus, ein neugieriger, wacher Geist, der das Ganze wunderbar namentlich ›vertritt‹.
Ohne ihn wäre wahrscheinlich die Erzeugung von Elektrizität aus Wind mit Magnetfeldern heraus nicht so einfach möglich gewesen oder es gäbe diese gar nicht. Mit dem ›Ø‹ im Namen zeigt es unsere skandinavische Herkunft, auf die wir zurecht stolz sein können.

Der Name soll also für die Neugier auf die Themen der Energiewende und erneuerbaren Energien stehen...

Ja, er ist aber auch das Commitment: Wir wollen eine Welt unterstützen, die komplett mit grüner Energie läuft. Ich glaube, man kann es nicht besser übersetzen: »A world that runs entirely on green energy.«

In Deutschland gibt es die drei Töchter Windpower, Sales und Markets. Das ist wahrscheinlich historisch gewachsen, oder?

Ja. Wir waren früher sehr in Business-Units organisiert. Wir haben in Deutschland unter dem Punkt Markets angefangen. Bis wir das Windpowergeschäft aufgebaut haben, hat es ein paar Jahre gedauert. Der Bereich Markets, oder damals noch Sales, war der erste Schritt, den wir in Deutschland gemacht haben.

Was plant Ørsted Markets denn für die nahe Zukunft, in den nächsten fünf Jahren? Gibt es spannende Themen, die 2018 starten?

Also bezogen auf Deutschland sind wir im Bereich des Energy as a Service im Rollout, der jetzt ganz spannend ist. Hier werden wir weitere Industriesegmente und weitere Kundengruppen erschließen, aber auch das Thema Power Purchase Agreement, also PPA, weiter vorantreiben. Darunter versteht man langfristige Lieferverträge zwischen Unternehmen und Erzeugern.
Außerdem binden wir das Thema Digitalisierung mit ein: Es wird eine Herausforderung, die Vernetzung zwischen den einzelnen Produkten, vor allem zwischen den Plattformen und unseren Kunden zu schaffen. Aber damit sind wir nicht alleine im Markt.


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Ausgabe:
es 02/2018
Bilder:
Bild: Ørsted

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