24. JUNI 2018

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Dossier

Markt. Energieversorger müssen die Energiewende zum Mittelpunkt ihrer Vertriebsstrategie machen, heißt es auf jeder Branchentagung. Aber auch die Solarbranche sucht neue Geschäftspartner. Eine Win-win-Situation für beide Seiten.

Solarwatt und die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich arbeiten ab sofort zusammen«, hieß es Mitte Oktober vorigen Jahres in einer Mitteilung der Unternehmen. Die Kooperation des Herstellers aus Dresden und des Schweizer Energieversorgers fokussiert auf den Vertrieb und ist langfristig angelegt.

Eigenverbrauch und Speicher

Im Fokus der vertrieblichen Partnerschaft mit den EKZ liegt der Solarwatt Energy Manager, der im Design speziell für die Elektrizitätswerke angepasst wurde, heißt es.
Der Energy Manager wird in der Schweiz zum Zweck der Eigenverbrauchsoptimierung von Solaranlagen unter dem Produktnamen ›Einfach Solar Steuerung‹ vermarktet und zusammen mit den EKZ weiterentwickelt.
Über ein Onlineportal der EKZ können die Kunden jederzeit Stromerzeugung und -verbrauch einsehen.
Komplettiert wird das Angebot der EKZ durch den Solarwatt-Stromspeicher My Reserve Matrix.
Partnerschaften wie diese sind das erklärte Ziel von Solarwatt. »In der Schweiz ist die Zusammenarbeit mit den EKZ die erste ihrer Art. Im gesamten deutschsprachigen Raum haben wir weitere namhafte Kooperationspartner, beispielsweise E.on und Envia M«, sagt Peter Bachmann von Solarwatt. Dies sei Teil der Key-Account-Strategie des Unternehmens. Dabei seien potenzielle Key Accounts nicht nur Energieversorger, sondern auch Unternehmen aus den Bereichen Wohnungswirtschaft, Hersteller oder Finanzen.

Gemeinsame Produktentwicklung

Mögliche Key Accounts profitieren von einer ganzen Bandbreite unterschiedlichster Lösungen, so Solarwatt. Neben Hardware- oder Software-Customizing und Monitoring-Services können Partner auch auf das breite Installateurnetzwerk des Unternehmens bauen. »Darüber hinaus bildet der Energy Manager die technische Basis für Smart Grids, die Vernetzung vieler Prosumer zu einem virtuellen Kraftwerk«, so Bachmann.
EKZ und Solarwatt arbeiten auch gemeinsam an neuen Produkten. Auf der E-world in Essen zeigten beide erstmals die E-Mobility-App für den Energy Manager auf Basis des Open Charge Point Protocol OCPP. »Damit sind herstellerunabhängig alle gängigen Ladestationen in das Energiemanagementsystem des Haushalts integrierbar«, so Bachmann.
Stadtwerke haben in ihren angestammten Versorgungsgebieten meist einen hohen bis sehr hohen Bekanntheitsgrad. In Umfragen wird den Unternehmen meist Seriosität und Verlässlichkeit bescheinigt.
Unter anderem aus diesen Gründen raten Beratungsunternehmen den Stadtwerken schon seit geraumer Zeit, das Portfolio zu modernisieren und mittels Kooperationen neue Märkte zu erschließen.
Etwa mit Whitelabel-Produkten, die mit dem Logo und dem Namen des lokalen Energieversorgers im angestammten Versorgungsgebiet vertrieben werden, und so automatisch von den oben genannten positiven Assoziationen profitieren.

Gestehungskosten kleiner fünf Cent

»Wir bieten unseren Kunden komplette Systeme zur Selbstversorgung mit Solarenergie an – Solarwatt passt mit seinen hochwertigen Produkten perfekt zu unserem Ansatz«, so Marcel Schürch, Leiter Solartechnik bei den EKZ, anlässlich der Bekanntgabe der Zusammenarbeit vorigen Herbst. »Wir freuen uns sehr.«
Auch die Solarbranche ist sehr interessiert an neuen Partnern. Denn auf dem Papier spricht vieles für die Photovoltaik. Besonders die Preise beziehungsweise die Stromgestehungskosten. »Aktuell liegen wir bei PV-Stromgestehungskosten, die kleiner sind als fünf Cent pro kWh«, so Bachmann. Die Amortisationszeiten hängen stark von den Rahmenbedingungen der PV-Anlage ab, liegen aber erfahrungsgemäß deutlich unter zehn Jahren, im Schnitt bei fünf bis acht Jahren.
Mit anderen Worten: Die Kosten sind deutlich gesunken im Vergleich zu früher; dass spricht tendenziell für den Kauf einer PV-Anlage beziehungsweise eine verstärkte Nachfrage. Daher ist der Branche sehr daran gelegen, zusätzliche Vertriebskanäle zu erschließen und den Absatz zu forcieren.
Mehrere Jahre war der deutsche Markt rückläufig; inzwischen stehen die Zeichen wieder auf Wachstum.
Aktuell fokussiert Solarwatt mit seinen Systemen auf die Zielgruppen Privathaushalte und kleinere Gewerbebetriebe wie beispielsweise Autohäuser, Dienstleistungsbetriebe oder Supermärkte. Diese Gruppen sind die Hauptnachfrager nach Photovoltaikprodukten.hd
www.solarwatt.com
ekz.ch

WISSEN KOMPAKT

PV-Markt
2017 zog die Nachfrage nach Solarstromanlagen in Deutschland wieder an, so der BSW Solar. Demnach wurden Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 1,75 GW bei der BNetzA gemeldet. Das sind rund 15 % mehr als im Vorjahr (2016: 1,53 GW). Die Preise für Solarstromspeicher haben sich binnen vier Jahren um die Hälfte verringert. hd

Ausgabe:
es 02/2018
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Bild: sdecoret/ fotolia.de
Bild: Heike Weikart/ fotolia.de
Bild: Solarwatt

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