19. NOVEMBER 2018

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Eine Antwort bitte, Dirk Leinweber


Energieeffizienz im Supermarkt: Alles eine Frage der Vernetzung?

Energieeffizienz im Supermarkt: Alles eine Frage der Vernetzung?

Ich bin absolut davon überzeugt, dass Supermärkte uns zukünftig nicht nur mit frischen Lebensmitteln versorgen, sondern auch mit Energie.

Supermärkte werden eine Schlüsselrolle im dezentralisierten Energiesystem der Zukunft übernehmen und neue Effizienzstandards festlegen. Durch das Einspeisen überschüssiger Energie ins Stromnetz werden sie die Energiekosten als ›Prosumer‹ für sich selbst und für die Gesellschaft senken.

Energieeffizienz lässt sich durchaus in Form intelligenter Vernetzung erzielen.
Das gilt natürlich auch für den Supermarkt. Die Digitalisierung hilft, aus dezentralen Elementen ein flexibles und damit energieeffizientes System zu erstellen. Die Basis für eine erfolgreiche Vernetzung muss aber ein fundiertes Wissen von Kälte- und Wärmetechnik sein.

Der Energieverbrauch lässt sich durch moderne Kühlsysteme, die intelligent und automatisch gesteuert werden und auf Energieeffizienz ausgelegt sind, reduzieren.
Zudem gibt es technische Möglichkeiten, überschüssige Energie wieder in den Kreislauf einzubringen, etwa indem man sie in Lithium-Ionen-Batterien speichert und dann zum Laden von Elektroautos, für die Beleuchtung des Supermarktes oder andere Szenarien nutzt.
In jedem Fall eröffnet die Vernetzung im Supermarkt zahlreiche Ansätze, die Energieeffizienz des Supermarktes zu optimieren und überschüssige Energie für andere Systeme zu nutzen. Beispielsweise ist es möglich, Supermärkte mit dem lokalen Fernwärmenetz zu verbinden und mit der Abwärme umliegende Gebäude zu versorgen.

Und wie viel Abwärme durch Kühlungssysteme in Supermärkten entsteht, kann sich jeder denken, der schon einmal seine Hand hinter einen Kühlschrank gehalten hat. Ein digitalisiertes Energieverwaltungssystem macht es zudem möglich, den Energieverbrauch des Supermarktes, basierend auf Faktoren wie Echtzeit-Energiekostenschwankungen, externen Temperaturen und allgemeiner Energienachfrage im Stromnetz, zu optimieren.

Alle Systeme im Geschäft, wie zum Beispiel Kühlsteuerung, Heizung, Lüftung, Klima und Beleuchtung, werden miteinander verbunden und messtechnisch überwacht, um Einsparpotenziale zu identifizieren.
Moderne Geschäftsmodelle für Supermärkte, die die Nutzung von Abwärme, erneuerbaren Energien und Energiespeichern integrieren, werden unsere Energieversorgung revolutionieren. Schon heute lassen sich vorhandene Technologien innovativ miteinander vernetzen. Der Wandel von Supermarktkonzepten ist bereits heute Realität und wird dank innovativer Ideen weiter voranschreiten.

Dirk Leinweber
Director Food Retail Sales Central European Region, Danfoss


Ausgabe:
es 03/2018
Bilder:
Dirk Leinweber, Director Food Retail Sales Central European Region, Danfoss

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