20. JULI 2018

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Für kurzfristiges Laden


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Eine E-Auto-Quote allein bringt nichts für die Wende im Straßenverkehr. Das steht inzwischen fest. Erst die komfortable Infrastruktur macht den Unterschied.
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An der Tankstelle haben es die meisten eilig. Rasch Diesel oder Benzin nachtanken, vielleicht noch Ölstand und Luft kontrollieren – fertig. Die Fahrt von A nach B kann weitergehen. Der Tankstopp dauert meist fünf Minuten, selten mehr als zehn Minuten.

Längere Unterbrechungen sind Autofahrer heutzutage nicht gewöhnt, wenn’s ums Tanken geht. Der Ausbau der E-Mobilität in Deutschland und Europa wird dem Rechnung tragen müssen. Nur mit denkbar kurzen Ladezyklen hat die Verkehrswende eine Chance auf Erfolg; denn nur so wird das Elektroauto zu einer ernst zu nehmenden Alternative für Autokäufer.

Das wissen auch die Autohersteller. Vor allem Tesla ist daran gelegen, den Kunden größtmöglichen Komfort beim Nachladen unterwegs zu bieten. Etwa 30 Minuten muss man für einen Ladestopp einplanen, um den Akku zu 80 % aufzuladen, so das Unternehmen.

Die Tesla-Supercharger arbeiten nach Unternehmensangaben mit 480 V DC und erlauben eine Ladeleistung von 145 kW; die Firma Ionity lässt nach eigenen Angaben gerade in ganz Europa Ladesäulen aufstellen mit einer Ladeleistung von bis zu 350 kW. Alle eint das gemeinsame Ziel, das Nachladen der Akkus zu beschleunigen. Langfristig, sagen Experten, müsse der Akku eines Fahrzeugs in durchschnittlich rund 15 Minuten wieder zu 80% aufladbar sein. In der Expertensprache heißt diese Technik Fast- oder Superfastcharing. Fast- und Superfastcharing sind technisch gesehen Extrembedingungen für Stecker und Leitung, aus denen die Kabelverbindung zwischen Auto und Ladesäulen besteht.

Hoher Energiefluss

Einer der ersten Anbieter, die Hardware für das schnelle Laden im Programm haben, ist die Harting-Technologiegruppe mit Stammsitz im westfälischen Espelkamp. So ist der Stecker Combo Typ 2 für Ladeleistungen bis zu 200 kW bei 200 A und 1.000 V DC konzipiert. Auf der Hannover Messe vom 22. bis 27. April zeigt Harting ein Konzeptfahrzeug, dessen Akkus mit dem Stecker Combo 2 aufgeladen werden können.


Weil der hohe Energiefluss beim Ladevorgang Wärme erzeugt, hat Harting auch Stecker und Leitungen mit einem speziellen Temperaturmanagement entwickelt; somit ist das Material gegen überhöhte Betriebstemperaturen geschützt. Ein Harting-Kunde nutzt die Technik bereits für die Erstausrüstung seiner Hochleistungsladesysteme. Bislang ist das Schnellladen in Deutschland und Europa noch die Ausnahme, nicht die Regel. Aber dabei wird es nicht bleiben. Der Umschwung wird früher oder später kommen, sagen Experten.


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Ausgabe:
es 03/2018
Bilder:
Bild: chombosan/ fotolia.de
Philip Harting, CEO Harting Technology Group. Bild: Harting
Bild: Harting

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