22. AUGUST 2018

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Langfristige Preissicherheit wird immer wichtiger. Darum gibt es in der nächsten Dekade häufig Power Purchase Agreements, sagen Experten voraus. Daran, gilt es, schon jetzt zu denken.
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Ørsted gewinnt erneut Offshore-Wind-Auktion in Deutschland«, schreibt das Unternehmen Ende April in einer Mitteilung. Zuvor hatte Ørsted den Zuschlag für die Projekte Borkum Riffgrund West 1 mit 420 MW zu null Cent je MWh und Gode Wind 4 mit 131,75 MW für 98,30 € je MWh erhalten. Die Fertigstellung der jeweiligen Offshore-Windparks ist für 2024 und 2025 geplant, vorbehaltlich der finalen Investitionsentscheidungen.
 
»Das heutige Ergebnis bestätigt, dass die Offshore-Windenergie eine wettbewerbsfähige erneuerbare Energiequelle ist, die ein Eckpfeiler der deutschen Energiewende sein kann«, sagt Volker Malmen, deutscher Geschäftsführer von Ørsted.

Zwei Trends prägen zunehmend das Projektgeschäft mit Windparks im MW-Maßstab, sagen Experten. Erstens Kostensenkungen, die unter anderem auf größere Windenergieanlagen und höhere Windgeschwindigkeiten zurückgehen. Zweitens entwickelt sich in Europa ein Markt für Power Purchase Agreements (PPA).

Im März hatte Vattenfall bekannt gegeben, das Microsoft-Rechenzentrum nahe Amsterdam über ein PPA langfristig mit grünem Windstrom aus dem Onshore-Windpark Wieringermeer zu beliefern. Kurz darauf teilte Baywa r.e. in einem Schreiben mit: »Mit dem Abschluss eines langjährigen Stromabnahmevertrags zwischen Baywa r.e. und Statkraft steht der zügigen Realisierung des spanischen Solarparks Don Rodrigo nichts mehr im Wege.«

Das Projekt mit einer Gesamtleistung von über 170 MWp liegt südlich von Sevilla und ist europaweit eines der ersten Solarprojekte dieser Größe, das vollständig ohne staatliche Förderung auskommt, so Baywa. Möglich wird dies durch das mit einer Laufzeit von 15 Jahren in Spanien bisher einmalige Power Purchase Agreement, heißt es. Die Beispiele zeigen, für wen PPA gedacht sind. Einerseits für Unternehmen, die Wind- oder Solarenergie in Betracht ziehen, um ihre langfristige Versorgung mit grünem Strom zu sichern. Zweitens für Anlagenbetreiber beziehungsweise Energiehändler. Sie bekommen per PPA einen langfristig garantierten Abnahmepreis und können so zuvor getätigte Investitionen refinanzieren.

Häufig ab 2021


»PPA gewinnen immer stärker an Bedeutung. Wir sind startklar, um unsere Kunden optimal zu begleiten, sobald dies auch die Rahmenbedingungen erlauben«, so Inka Klinger von der HSH Nordbank.

PPA werden aktuell vorwiegend von Großunternehmen genutzt, weil ihre Vertragsgestaltungen recht aufwendig sind, so die Bank weiter.

»Ab 2021 werden PPA in Europa bei neuen EE-Projekten deutlich häufiger verwendet werden. Und auch aus Bestandsanlagen, die nach Ablauf ihrer Förderung weiter betrieben werden, erwächst in den nächsten Jahren zusätzliches Potenzial für den Abschluss von PPA mit kurzen Vertragslaufzeiten«, so Klinger.


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es 05/2018
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Bild: Kruwt/ fotolia.de
Bilder: K.-U. Häßler, jozsitoeroe/ fotolia.de
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