23. OKTOBER 2018

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Steine im Windweg


Management

Aussschreibungen im Rahmen von Fördersystemen haben zu starkem Kostendruck geführt. Darauf reagieren Hersteller mit verschiedenen Strategien. In Deutschland bestehen aber noch Unsicherheiten, die laut der Branche nicht gerade förderlich sind.
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497 Anlagen mit einer Leistung von 1.626 MW hat die Windbranche im ersten Halbjahr 2018 an Land neu errichtet das entspricht einem Rückgang des Bruttozubaus um 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 2.281 MW. Mit dem Rückgang habe man gerechnet, so Bundesverband Windenergie und VDMA Power Systems. Der aktuelle Ausbau sei im Wesentlichen auf die Übergangsregelung des alten EEG zurückzuführen. In den Auftragsbeständen und der nahen Zubauperspektive würden Auswirkungen des Fehlers sichtbar, nicht genehmigte Projekte in den Ausschreibungen zuzulassen. Anfang Juni hatte der Bundestag die Sonderbehandlung sogenannter Bürgerenergieprojekte bis Ende 2019 aufgehoben. Nun brauchen alle Windparkprojekte an Land eine Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz, um an EEG-Auktionen teilzunehmen.

Herausforderungen bleiben aber bestehen: »In Deutschland ist noch nicht klar, wann die im Koalitionsvertrag für 2019–20 genannten Sonderausschreibungen von 4.000 MW für Windenergie an Land stattfinden werden. Darüber hinaus ist die neue Regierung bei der Bestätigung der Auktionsvolumina für die Zeit nach 2020 sehr langsam«, sagt Pierre Tardieu, Chief Policy Officer vom europäischen Verband Windeurope.

»Natürlich ist ein ambitionierter und dynamischer Heimatmarkt die Voraussetzung für Exporterfolge im wachsenden Weltmarkt. Die Ziele des Koalitionsvertrags und der neue Rahmen aus der EU-Energiepolitik sind richtig. Was die Industrie nun benötigt, ist eine stringente Umsetzung in Ausschreibungsmengen und Ausbauzahlen«, so Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems.

Lange GenehmigungsVerfahren


»Die durch die deutsche Regierung gesetzten Rahmenbedingungen könnten deutlich besser sein«, sagt Immo von Fallois vom Hersteller Senvion. »Die im Koalitionsvertrag definierten Ziele, 2019 und 2020 zusätzlich 4GW Wind Onshore und ein Zusatzvolumen Offshore-Wind auszuschreiben, wurde erst auf unbestimmte Zeit verschoben und jetzt nicht mehr erwähnt.«

Der für die erneuerbaren Energien erforderliche Netzausbau liegt laut Expertenkommission der Regierung deutlich hinter den selbst gesetzten Zielen zurück. Auch die Genehmigungsverfahren der lokalen Behörden für Windprojekte dauern deutlich zu lang, stellt von Fallois heraus. »In Summe wird ein Erreichen der Klimaschutzziele damit zunehmend unwahrscheinlicher.«

Die Marktentwicklung unterstreiche die erneuerbaren Energien als gefragteste Anlagentechnik, aber sie zeige ebenso deutlich, welche vermeidbaren Unsicherheiten den Heimatmarkt prägen, so ein Siemens-Gamesa-Sprecher. »Im Kern braucht die Branche nach wie vor klar geregelte Ausbauperspektiven.« Sowohl im Offshore- wie im Onshore-Markt hätten die Auktionen zu einem starken Kostendruck geführt, der die Windbranche derzeit verändere. »Nur wer hoch effiziente Anlagentechnik in großer industrieller Fertigung preisgünstig herstellen kann, wird in diesem Markt überleben.«


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Ausgabe:
es 07/2018
Bilder:
Bild: diezer/ fotolia.de

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