AÜW gründet Beratungsunternehmen für intelligenten Netzausbau

Das Allgäuer Überlandwerk (AÜW) hat auf Grund der Erkenntnisse aus dem Projekt IRENE in Wildpoldsried ein Beratungsunternehmen für den Bereich Smart Grid gegründet. Die egrid applications & consulting GmbH bietet ein neues Dienstleistungsangebot an, welches dabei helfen soll, den Netzausbau mit minimalen Kosten bei maximaler Integration dezentral erzeugter Energie zu realisieren.

27. August 2013

»Intelligenz statt Kupfer. Dem effizienten und intelligenten Ausbau der Stromnetze fällt für den Erfolg der Energiewende eine entscheidende Rolle zu«, so Bernhard Rindt, Geschäftsführer der neu gegründeten Beratungsfirma des Allgäuer Überlandwerks. Handlungsbedarf sieht der Energieexperte in der Flexibilität der Stromversorgungsnetze. Denn bereits heute erfolgt etwa 93% der in Deutschland installierten dezentralen Einspeiseleistung in Höhe von 32.389MWp nicht auf den Stromautobahnen der vier Übertragungsnetzbetreiber, sondern in Verteilnetzen.

»Ein Ergebnis des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projektes zur ›Integration regenerativer Energien und Elektromobilität‹ - kurz IRENE - ist, dass bis zu 40 Prozent der Investitionen zur Integration neuer dezentraler Erzeugungseinheiten durch die Optimierung der Auslegungskriterien in der Netzplanung eingespart werden können«, so Robert Köberle, Geschäftsführer des neu gegründeten Beratungsunternehmens und Projektleiter des Projektes IRENE. An diesem waren neben dem Allgäuer Überlandwerk auch Siemens, die RWTH Aachen und die Hochschule Kempten beteiligt waren.

Untersuchungsgebiet beim Projekt IRENE war die Gemeinde Wildpoldsried, eine Gemeinde im bayerischen Allgäu mit 2.500 Einwohnern und eines der sogenannten Bioenergiedörfer. Also die Ortschaften, welche bereits heute mehr Strom mit Photovoltaik, Biomasse und Windkraft produzieren, wie sie selbst verbrauchen.

In Wildpoldsried liegt dieser Faktor bei 2,2 zu 1. Mit Hilfe zahlreicher Mess-Stationen, regelbarer Netzelemente sowie sogenannter Software-Agenten balanciert ein Smart Grid Erzeugung und Verbrauch aus und hält das Netz stabil.