17. JULI 2018

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Auswirkungen einheitlicher Netzentgelte


Bundesweit einheitliche Netzentgelte auf Übertragungsnetzebene - wie würde sich die Entgeltbelastung für Industrieunternehmen dadurch verändern? Dieser Frage gingen Wissenschaftler des EWI Energy Research & Scenarios in einer Studie nach. Dabei unterscheiden sich die Belastungen je nach Netzgebiet und angeschlossener Spannungsebene.

Nach den Berechungen der Forscher führt eine Vereinheitlichung zu einer teils deutlichen Veränderung der Entgeltbelastung für Letztverbraucher, also Industrieunternehmen.


Während die Belastung in den Netzgebieten von Amprion und TransnetBW steigt, sinkt sie in den Netzgebieten von 50Hertz und Tennet. Die Folge sind Umverteilungen zwischen den Letztverbrauchern der Netzgebiete. Die Auswirkungen sind umso größer, je höher die Spannungsebene, an der die Letztverbraucher angeschlossen sind.

+ 31 bis -14 Prozent

Die Berechnungen ergeben beispielsweise für das Jahr 2015 merkliche Veränderungen der Belastung für Letztverbraucher auf der Höchstspannungsebene. So stehen, je nach Letztverbraucher und Netzgebiet, Steigerungen von bis zu 31 Prozent Senkungen von bis zu 14 Prozent gegenüber.


Dies entspricht einer Veränderung der Netzentgeltbelastung von bis zu +1,8 beziehungsweise -1,1 Millionen Euro.


Auf der Niederspannungsebene haben die Forscher Zunahmen von bis zu 2,6 Prozent und Abnahmen von bis zu 1,3 Prozent errechnet. Für Haushalte bewegen sich die Be- und Entlastungen damit im einstelligen Euro-Bereich.


 Die Studie beauftragt  hat der Übertragungsnetzbetreiber Amprion.

"Weiterentwicklung im Kontext betrachten"

Laut Studienleiter Dr. Joachim Bertsch, Manager bei EWI Energy Research & Scenarios, zeigt die Analyse, dass eine Vereinheitlichung der Netzentgelte auf Übertragungsnetzebene Netzkosten zwar gleichmäßiger zwischen Letztverbrauchern und Netzgebieten verteilt.


Er betont aber: „Die grundlegenden, strukturellen Probleme der aktuellen Netzentgeltsystematik werden durch eine Vereinheitlichung nicht gelöst. Eine Vereinheitlichung sollte daher im Kontext mit anderen Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Netzentgeltsystematik betrachtet werden. Hier besteht noch weiterer Forschungsbedarf. Eine Bewertung der resultierenden Verteilungseffekte muss im politischen Diskurs erfolgen.“


Die Studie hat das Unternehmen auf seinen Internetseiten veröffentlicht (Link zum PDF).

Datum:
28.11.2016
Bilder:
Bild: Q.pictures/pixelio.de

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