Wärmewende nach Berliner Art

Wie kann Berlin umwelt- und klimaschonender mit Wärme versorgt werden? Dieser Frage gehen jetzt Forscher in der Bundeshauptstadt nach.

16. Januar 2017

In Deutschland wird ein Drittel der Energie genutzt, um Raumwärme und Warmwasser zu erzeugen, bislang ganz überwiegend auf Basis fossiler Brennstoffe.

 

Während die Energiewende in der Stromerzeugung bereits fortgeschritten ist, fehlen Ansätze für eine umwelt- und klimaschonende Wärmeversorgung bislang weitgehend.

 

Das Forschungsprojekt Urbane Wärmewende entwickelt nun am Beispiel der Stadt Berlin Empfehlungen für eine sozial-ökologische Transformation der Energieinfrastrukturen.

 

„Mit den Forschungsergebnissen möchten wir Politik, Verwaltung, Unternehmen und die Zivilgesellschaft unterstützen, etwa bei einer urbanen Wärmeplanung, bei der Identifikation von Quartierslösungen oder bei der stärkeren Kopplung der Sektoren Strom und Wärme“, so Projektleiter Bernd Hirschl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in einer Mitteilung.

 

Berliner Kieze werden Reallabore

 

In dem Projekt werden den Angaben zufolge drei Berliner Stadtteile zu Reallaboren, in denen unterschiedliche Wärmeszenarien simuliert und bewertet werden.

 

Die Wissenschaftler folgen dabei dem Leitbild einer urbanen Wärmewende – eine städtische Wärmeversorgung, die umwelt- und sozialverträglich sowie intelligent mit anderen Infrastrukturen vernetzt und resilient gestaltet ist, heißt es in der Mitteilung weiter.

 

Infrastrukturen intelligent vernetzen

 

„Für eine klimaschonende Wärmeversorgung haben Städte eigene Herausforderungen und Potenziale“, sagt Hirschl.

 

„Aufgrund der hohen Nachfrage in Ballungsräumen können Haushalte und Gewerbe sowohl mit dezentral hergestellter Wärme als auch über das Leitungsnetz versorgt werden.“

 

Derzeit werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, es bestehen aber noch große Unsicherheiten bei politischen Entscheidern, welche Aspekte bei der zukünftigen Wärmeversorgung wichtig sind.

 

Energieexperten sehen einen Schlüssel für das Gelingen der Energiewende insbesondere darin, die unterschiedlichen Energieinfrastrukturen noch mehr und intelligenter miteinander zu vernetzen.

 

Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm

 

Fast die Hälfte der CO2-Emissionen Berlins fallen den Angaben zufolge derzeit durch die Wärmeversorgung im Gebäudebereich an. Diese müssen bis 2050 drastisch gesenkt werden, so sieht es das im vergangenen Jahr vom Senat beschlossene Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm vor.

 

In vielen deutschen Städten und Gemeinden fehlen Konzepte für eine lokale Wärmewende, sagen Experten. Das liegt unter anderem daran, dass die Kommunen oft in die Rahmenplanung nicht einbezogen werden. Details dazu in Energiespektrum 10/16: Wärme: so gelingt die Wende