23. JUNI 2018

zurück

kommentieren drucken  

Klärwerk als Rohstoffmine


Hamburg Wasser hat große Pläne für sein Klärwerk: dort soll die weltweit größte und effizienteste Phosphorrecyclinganlage entstehen. Auch die Energieerzeugung wird ausgebaut.

Zwei Jahre lang wurde auf dem Klärwerk Hamburg ein weltweit einzigartiges Verfahren zur Rückgewinnung getestet, wie das Unternehmen weiter mitteilt. Jetzt soll es im großen Maßstab realisiert werden. Damit werde Hamburg die erste Stadt weltweit sein, die den im Klärschlamm enthaltenen Phosphor systematisch recycelt.


Der Bau der Anlage soll 2018 beginnen, die Aufnahme des Regelbetriebs startet ein Jahr später. Dann können jährlich rund 20.000 Tonnen Klärschlammasche genutzt werden, um daraus das Industrieprodukt Phosphorsäure zu gewinnen.

Weniger Phosphorimporte möglich

Phosphor wird vor allem für die Herstellung von Dünger verwendet. Der Mensch nimmt Phosphor über die Nahrung auf. Die weltweiten Phosphorressourcen sind endlich. Deutschland hat keine natürlichen Phosphorreserven, heißt es in der Mitteilung.


Zudem zeige die in Hamburg entstehende Anlage das Potenzial des Phosphorrecyclings aus Klärschlammasche: Käme es auf allen deutschen Kläranlagen zur Anwendung, würden rund 60 Prozent aller Phosphorimporte überflüssig.


„Abwasser ist für uns längst kein Abfall mehr – es ist ein wertvoller Rohstoff“, sagt der Sprecher der Hamburg Wasser-Geschäftsführung, Michael Beckereit. „Bereits heute gewinnen wir mehr Energie aus dem Abwasser zurück, als wir für dessen Reinigung benötigen. Künftig wollen wir auch das Potenzial des Abwassers als urbane Rohstoffmine nutzen.“

Überschüssiges Biomethan

Bei der Reinigung des Abwassers entstehen auf dem Klärwerk Hamburg jährlich 1,5 Millionen Kubikmeter Klärschlamm. Diesen Schlamm lässt das Hamburger Unternehmen in zehn Behältern ausfaulen, wodurch Biomethan entsteht.


Den Großteil dieses Gases nutzt der Wasserversorger, um daraus Wärme und Strom für die eigenen Klärprozesse zu erzeugen. Durch technische Optimierung steigt die erzeugte Menge Biomethan aber kontinuierlich an – Gasüberschüsse sind die Folge.


Die 2011 in Betrieb genommene Anlage zur Gasaufbereitung, mit der das überschüssige Biomethan veredelt wird, damit es in das städtische Erdgasnetz eingespeist werden kann, stößt an ihre Grenzen.

Produktion steigt um 70 Prozent

Mit dem Bau einer weiteren Aufbereitungsanlage wollen die Hamburger bis 2019 Abhilfe schaffen. Im Ergebnis steigert das Unternehmen eigenen Angaben zufolge seine Produktion städtischen Bio-Klärgases um 70 Prozent auf dann 41 Millionen Kilowattstunden.

Datum:
16.05.2017
Bilder:
Bild: Hamburg Wasser

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

EU-Rangliste: Deutschland auf Platz 4 bei Energieeffizienz

EU-Rangliste: Deutschland auf Platz 4 bei Energieeffizienz

Im EU-Vergleich ist die Energieeffizienz in Deutschland gar nicht so schlecht. In einer jüngst vorgestellten Rangliste erreichte Deutschland Platz 4. » weiterlesen
Energieeffizienz aus der Wolke

Energieeffizienz aus der Wolke

Die Nordwestdeutsche Zählerrevision bietet Energiemanagement als Software as a Service. Künftig nutzt das Unternehmen dafür eine Cloudlösung der Telekom. » weiterlesen
Neues vom Biomarkt

Neues vom Biomarkt

Biomüll oder Klärgas stehen für Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit. Beides sind wichtige Bestandteile der Klimaschutz-Strategie der deutschen Bundesregierung. Auf der Ifat in München zeigen Aussteller Neuheiten zur Biogas- und Biomethanerzeugung aus Abwässern und Abfällen. » weiterlesen
Schöpfen aus dem Fördertopf

Schöpfen aus dem Fördertopf

Die KfW Bankengruppe hat Zahlen für das erste Quartal 2018 bekannt gegeben. Demnach verzeichnet sie in den ersten drei Monaten ein Fördervolumen von insgesamt 18,9 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum lag das Volumen bei 18,2 Milliarden. Einige Förderschwerpunkte lieferten einen wichtigen Beitrag zu diesem Ergebnis. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere News in unserem Newsarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

Partner

Management Forum Starnberg GmbH

Medienpartner enerope

Maslaton

GVS