17. JULI 2018

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Volle Kraft voraus


Die erste Ausschreibungsrunde für Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen für den Gebotstermin 1. Dezember 2017 hat begonnen. Die Bundesnetzagentur eröffnete das neue Verfahren.

Mit der Novellierung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) und dem Erlass der KWK-Ausschreibungsverordnung hat der Gesetzgeber auch die Förderung für KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung im Anlagensegment von mehr als 1 bis einschließlich 50 Megawatt auf Ausschreibungen umgestellt.

 

„Die wettbewerbliche Ermittlung der KWK-Förderung ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einer wirtschaftlich tragfähigen Umgestaltung der deutschen Energieversorgung“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

 

Die Bundesnetzagentur würde bei der Durchführung der KWK-Ausschreibungen auf ihre Erfahrungen aus den EE-Ausschreibungen zurückgreifen, so Homann.

 

Wettbewerbliche Ermittlung der Zuschlagszahlungen

 

Die Höhe der Zuschlagszahlungen für Strom aus KWK-Anlagen werden nach dem KWKG für neue und modernisierte KWK-Anlagen mit einer elektrischen Leistung im Anlagensegment nicht mehr gesetzlich vorgegeben, sondern wettbewerblich ermittelt.

 

Für den Gebotstermin am 1. Dezember 2017 beträgt das Höchstgebot 7 ct/kWh, so die BNetzA.

 

Die niedrigsten Gebote erhalten den Zuschlag, bis das Volumen der Ausschreibungsrunde erreicht ist.

 

Für diese erste Runde beträgt das Ausschreibungsvolumen für KWK-Anlagen 100 Megawatt installierte KWK-Leistung, heißt es.

 

Die aktuellen Ausschreibungsbedingungen sind auf der Homepage der Bundesnetzagentur unter www.bundesnetzagentur.de/kwk-ausschreibung veröffentlicht.

 

Reaktion des BDEW

 

„Der auf 7 Cent/kWh festgelegte Höchstpreis bietet gute Chancen für Investitionen in die klimaschonende und hocheffiziente KWK“, so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Für die Zukunft zeichne sich laut BDEW jedoch eine neue Herausforderung ab: Da die innovativen KWK-Systeme mit hohen Anteilen von Wärme aus Erneuerbaren Energien ab dem 1. Juni 2018 höhere Zuschläge von bis zu 12 Cent/kWh bei den Auktionen erhalten können, sollte der Finanzrahmen im KWK-Gesetz von 1,5 auf mindestens 2 Milliarden Euro angehoben werden, so der Verband.

 

Andernfalls bestehe das Risiko, dass es zu Lasten der KWK-Anlagen im Bereich über 2 Megawatt gehe.

 

Um den langen Planungszeiträumen für größere KWK-Anlagen gerecht zu werden, sollte die Gültigkeitsdauer des KWK-Gesetzes zudem bis mindestens 2025 verlängert werden.

 

„Andernfalls droht ab Ende 2022 ein völliger Ausbaustopp bei der klimaschonenden KWK", so Kapferer.

Datum:
09.10.2017
Bilder:
Bild: PhotoSG/ fotolia.de

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