24. JUNI 2018

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Energiewende: Jede Kommastelle zählt


Die Erneuerbaren werden 2017 voraussichtlich über 36 Prozent des Bruttostromverbrauchs in Deutschland decken. Das ergeben Schätzungen des ZSW und des BDEW.

Demnach könnten bis Jahresende fast 217 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) Strom aus Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen erzeugt werden. Das wäre ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von ZSW und BDEW.

 

Den Angaben zufolge lag 2016 der Anteil der Erneuerbaren mit 188 Mrd. kWh noch bei 31,6 Prozent des Bruttostromverbrauchs.

 

Wind

 

„Prozentual gesehen verzeichnet die Stromerzeugung aus Windkraft offshore den größten Anstieg“, heißt es. Sie steigt voraussichtlich um 49 Prozent auf gut 18 Mrd. kWh (2016: 12,3 Mrd. kWh).

 

Nachdem die Stromerzeugung aus Wind onshore 2016 einen leichten Rückgang verzeichnete, legt sie 2017 voraussichtlich um 21 Mrd. kWh zu und erreicht gut 87 Mrd. kWh - das entspricht einem Anstieg von über 31 Prozent (2016: 66,3 Mrd. kWh).

 

Mit einem Anteil von über 40 Prozent an der Stromerzeugung aus Erneuerbaren bleibt die Windenergie an Land weiterhin mit Abstand die stärkste Erneuerbaren-Quelle.

 

Biomasse und PV

 

Auf Platz 2 und 3 folgen Biomasse mit fast 24 Prozent (davon fast 3 Prozent biogener Anteil im Abfall) und Photovoltaik mit über 18 Prozent, so ZSW und BDEW.  

 

Die voraussichtliche Entwicklung der Stromerzeugung aus weiteren Erneuerbaren-Quellen für 2017 im Überblick:

 

Anstieg der Photovoltaik um mehr als 4 Prozent auf fast 40 Mrd. kWh (2016: 38,1 Mrd. KWh), Anstieg von Biomasse und Abfall (biogener Anteil) um über 1 Prozent auf gut 51 Mrd. kWh (2016: 50,9 Mrd. kWh).

 

Wasserkraft

 

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft geht aufgrund der geringen Niederschläge in der ersten Jahreshälfte 2017 um etwa 4 Prozent auf knapp 20 Mrd. kWh zurück (2016: 20,5 Mrd. kWh).

 

"Bereits jetzt haben die Erneuerbaren das von der Bundesregierung im Energiekonzept für 2020 gesteckte Ziel von 35 Prozent Erneuerbaren-Anteil am Bruttostromverbrauch übertroffen“, so Stefan Kapferer vom BDEW.

 

Damit der Strom aus Erneuerbaren umfänglich genutzt werden kann, müsse der Ausbau der Nord-Süd-Leitungen mit Hochdruck vorangetrieben werden.

 

Der Ökostromanteil am Stromverbrauch ist den Angaben zufolge in den vergangenen fünf Jahren um fast 13 Prozentpunkte gewachsen.

 

„Jetzt sollte die Politik die Rahmenbedingungen so gestalten, dass auch die nächsten Ausbauziele erreicht werden", sagt Frithjof Staiß vom ZSW.

 

Das gelte insbesondere für die beiden anderen Sektoren Wärme und Mobilität, so Staiß weiter.

 

Dort stagniert der Anteil Erneuerbarer Energien seit Jahren bei 6 Prozent (Verkehr) und 13 Prozent (Wärme).

Datum:
20.12.2017
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