24. JUNI 2018

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Erneuerbare Energien in der Erfolgsspur


Erneuerbare Energien waren im Jahr 2017 auf Rekordkurs: Zu diesem Ergebnis kommt Agora Energiewende in einer Bilanz. Außerdem überraschte der Neujahrsmorgen mit 95 Prozent Ökostromversorgung.

36,1 Prozent des Stroms wurden von Windkraft-, Biomasse-, Solar- und Wasserkraftanlagen geliefert. Das sind 3,8 Prozentpunkte mehr als 2016 – einen stärkeren Zuwachs gab es noch nie, so der Thinktank.
 
Dazu hat vor allem die Windenergie beigetragen: sowohl aufgrund des weiteren Zubaus als auch infolge guter Windbedingungen 2017.

Damit wurde erstmals mehr Strom aus Wind produziert als aus Steinkohle und Atomkraft.

Diese fielen auf das niedrigste Niveau seit 1990. Das zeigt die Studie „Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2017“, die Agora Energiewende jetzt vorgelegt hat. Demnach kommt die Energiewende beim Zuwachs der erneuerbaren Energien und beim Ausstieg aus der Atomenergie gut voran.

Kein Fortschritt beim Klimaschutz
Eine schlechte Bilanz war laut dem Papier 2017 jedoch bei den Treibhausgasemissionen zu verzeichnen: Das dritte Jahr in Folge stagnierte der Ausstoß des klimaschädlichen CO2, statt wie geplant zu sinken.

Der deutsche Treibhausgas-Ausstoß lag abermals bei mehr als 900 Millionen Tonnen Kohlendioxid, wie bereits im Jahr 2016. Der Zielwert für 2020 beträgt 750 Millionen Tonnen CO2
 
„Der gegenwärtige Trend läuft darauf hinaus, dass Deutschland im Jahr 2020 seine Emissionen nur um 30 Prozent statt wie geplant um 40 Prozent gegenüber 1990 vermindert“, so Agora-Geschäftsführer Dr. Patrick Graichen.

Ursachen
Eine wesentliche Ursache hierfür sei die Entwicklung beim Energieverbrauch: Im vergangenen Jahr wurde 0,8 Prozent mehr Energie verbraucht als 2016 – Strom, Diesel und Erdgas legten zu.

Auch die Stromverkäufe ins Ausland sind laut der Studie erneut gestiegen: Mehr als 60 Terawattstunden Strom wurden im Jahr 2017 per Saldo exportiert, das entspricht rund 10 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms.

Der Grund: Da Deutschland die zweitniedrigsten Börsenstrompreise Europas hat, lohnt es sich für Deutschlands Kohle- und Gaskraftwerksbetreiber, ihren Strom an unsere Nachbarn zu verkaufen.
 
Mit Rekord ins neue Jahr
Die erneuerbaren Energien konnten aber noch einen weiteren Rekord verzeichnen, wie Dr. Patrick Graichen in ‚ZDF Heute’ am 4. Januar berichtete.

Am Neujahrsmorgen kamen laut Bericht von Agora zeitweise 95 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien. Der bisherige Rekord von 88 Prozent wurde am 30. April 2016 erreicht.

Der Grund für diesen Anstieg lag laut Agora vor allem am starken Wind und für wenige Stunden auch etwas am Solarstrom. Außerdem sei der Stromverbrauch an Feiertagen immer etwas geringer.


Auch sorgte Sturmtief Burglind laut Wetter-Dienstleister Ubimet am 3. Januar 2018 kurzfristig für eine Rekord-Windeinspeisung in Deutschland von über 42 GW– noch nie sei so viel Wind in das deutsche Stromnetz eingespeist worden. 


Die Studie „Die Energiewende im Stromsektor: Stand der Dinge 2017“ steht unter www.agora-energiewende.de zum kostenfreien Download bereit. 
  
   

Datum:
05.01.2018
Unternehmen:
Bilder:
Bild: Bertold Werkmann/fotolia.de

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