24. JUNI 2018

zurück

kommentieren drucken  

Intelligente Insel – Borkum testet Smart Grid


Mit der Energiewende steigt der Stromanteil aus Windkraft und Solarenergie. Zugleich steigt die Wetterabhängigkeit der Energieversorgung. Auf Borkum haben Forscher jetzt ein System getestet, das auch bei Flaute und Dunkelheit die Stromversorgung garantiert.

Dies erfordert Stromspeicherkapazitäten sowie ein flexibel reagierendes Energiemanagement. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE haben gemeinsam mit Partnern auf der Nordseeinsel Borkum einen hybriden Energiespeicher aufgebaut, der aus einer Lithium-Ionen-Batterie und einem Superkondensator für kurzzeitige Leistungsanforderungen besteht, heißt es in einer Mitteilung. „Der hybride Speicher wird mittels eines neuartigen modularen Wechselrichters an das Mittelspannungsnetz angekoppelt. Während eines einjährigen Feldtests prüfen und vergleichen die Forscher verschiedene Regelungsansätze im Energiemanagementsystem“, so das Fraunhofer ISE.

 

Die im Projekt entwickelten Lösungen für Energie-Autonomie werden unter realen Bedingungen getestet, um sie später auf andere Regionen übertragen zu können, heißt es. Die räumlich verteilten Speicher und Erzeuger werden in ein Smart Grid eingebunden und von einem intelligenten Energie- und Netzmanagementsystem gesteuert. 40 Heim-Speicher, fünf Gewerbespeicher, ein thermischer Speicher sowie ein hybrider Energiespeicher sind in das Mittelspannungsnetz integriert. »Neben der 500 kWh Lithium-Ionen-Batterie ist eine der wichtigsten Komponenten im System der am Fraunhofer ISE entwickelte Batteriewechselrichter. Dieser hat eine Gesamtleistung von einem Megawatt und besteht aus hochkompakten und besonders dynamischen Untereinheiten mit einer Leistung von je 125 kW. Dadurch lassen sich alle beliebigen Systemgrößen bis in den Multi-Megawatt-Bereich realisieren«, so Dr. Olivier Stalter vom Fraunhofer ISE.

 

Den Angaben zufolge wird zusätzlich zur Lithium-Ionen-Batterie wird eine weitere Leistungselektronik ein Superkondensator als Kurzzeitspeicher eingebunden. Dieser federt Leistungsspitzen ab und verlängert damit die Lebensdauer der Batterie. Weitere Entwicklungen aus dem Fraunhofer ISE, die in das Projekt einfließen, sind neue Geschäftsmodelle für Speichersysteme, wie die solare Eigenversorgung, das Peak Shaving – also die Reduzierung des Leistungspreises – sowie für Regelenergiemärkte und die Kontrolle von Leistungsgradienten sowie Blindleistungsbereitstellung im Niederspannungsnetz.

 

Weitere Details zu dem Borkumer Projekt unter www.ise.fraunhofer.de

Datum:
08.03.2018
Unternehmen:
Bilder:
Foto: Detlev Müller/pixelio.de
Foto: Fraunhofer ISE

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

Wie Mieter und Wohnungswirtschaft per App Klima, Gebäude und Geldbörse schützen

Wie Mieter und Wohnungswirtschaft per App Klima, Gebäude und Geldbörse schützen

Die am Tag der Immobilienwirtschaft durch den Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) mit dem Innovationspreis ausgezeichnete App ›Cards‹ motiviert Mieter zu täglichem Energiesparen – und hilft dabei, die Bausubstanz zu schützen. » weiterlesen
Studie: Zwei-Grad-Ziel braucht Tempo

Studie: Zwei-Grad-Ziel braucht Tempo

Der weltweite Übergang in ein nachhaltiges Energiesystem kommt nur schleppend voran. Wenn das Zwei-Grad-Ziel erreicht werden soll, können sich Politik, Industrie und Verbraucher bei der Senkung der Emissionen keine weiteren Verzögerungen mehr erlauben. Das ergab eine Studie von Equinor. » weiterlesen
Kleine Kugeln für Solarenergie

Kleine Kugeln für Solarenergie

Forschern des DLR haben eine neuartige Receiver-Technolgie für solare Turmkraftwerke am Standort Jülich einem Praxistest unterzogen. Mit bisher als Wärmeträgermedium verwendeten Flüssigsalzen lassen sich Temperaturen von ungefähr 550 Grad Celsius erreichen. Die nun getesteten Keramikpartikel ermöglichen es, mit höheren Prozesstemperaturen zu arbeiten, was zu höheren Wirkungsgraden und damit geringeren Stromgestehungskosten führt, so das DLR. » weiterlesen
Da hat´s gefunkt: Stromnetze sicher steuern

Da hat´s gefunkt: Stromnetze sicher steuern

Am 13. und 14. Juni hat sich die Energiebranche auf dem BDEW-Kongress in Berlin getroffen und über Themen der neuen Energiewelt diskutiert. Im Vorfeld des Kongresses haben Energieversorger verkündet, in den Aufbau eines hochverfügbaren Funknetzes zu investieren. Das bietet die Grundlage, um Stromerzeuger und -verbraucher sicher und digital zu vernetzen, so die Unternehmen. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere News in unserem Newsarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

Partner

Management Forum Starnberg GmbH

Medienpartner enerope

Maslaton

GVS