22. JUNI 2018

zurück

kommentieren drucken  

Lücke bei Windausschreibung


Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der zweiten Ausschreibungsrunde für das Jahr 2018 für Windenergie an Land veröffentlicht. Die 670 MW-Ausschreibung war mit Geboten von 604 MW leicht unterzeichnet, der durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 5,73 ct/kWh.

Der Wert lag damit über dem durchnittlichen Zuschlagswert der letzten Ausschreibung von 4,73 ct/kWh. Die Zuschlagswerte reichten von 4,65ct/kWh bis zu 6,28 ct/kWh.


Auch in dieser Ausschreibung wurden nur Projekte mit Genehmigung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz berücksichtigt. Laut BNetzA konnten 1.384 MW genehmigte Projekte an der Ausschreibungsrunde teilnehmen.


„Die leichte Unterzeichnung einer Ausschreibung bestätigt den Trend der letzten Runden mit zurückgehenden Gebotsmengen“,  so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Die gegenüber der Ausschreibung im Februar angestiegene Förderung dürfte Bietern wieder verstärkte Anreize bieten, an zukünftigen Ausschreibungen teilzunehmen.“

VDMA mahnt zu Entscheidungen

Der VDMA bewertet die Unterzeichnung anders. „Das Ergebnis ist überraschend, eine Unterzeichnung der Auktion spiegelt nicht das Volumen an bereits genehmigten Projekten wider“, so Matthias Zelinger, Geschäftsführer von VDMA Power Systems.


„Das Ausschreibungsmodell bleibt richtig zur Organisation des Ausbaus erneuerbarer Energien. Wenn aber - wie in dieser Runde - ein Großteil der genehmigten Projekte nicht einmal an der Ausschreibung teilnimmt, so muss man davon ausgehen, dass nicht ausreichend in neue Genehmigungen investiert wird, solange bis das politische Gezerre beendet ist", sagt Zelinger.


"Wenn sehr wenige neue Genehmigungen erteilt wurden, so sind die Aussichten auf substanziellen Wettbewerb bedroht. Daher muss die BImSch-Genehmigungspflicht schnellstmöglich beschlossen und dauerhaft verlängert werden. Darüber hinaus fordern wir eine baldige Transparenz, wie und wann das Sondervolumen aus dem Koalitionsvertrag ausgeschrieben wird“, kommentiert Zelinger die Ergebnisse weiter.


Zu untersuchen ist aus Sicht der Hersteller auch, ob die regional nach wie vor sehr ungleich verteilten Zuschläge der ersten Runden Auswirkungen auf die Projektierungs- und Gebotstätigkeit aus den bisher nicht erfolgreichen Regionen hat.


Laut BNetzA gingen 111 Gebote mit einem Umfang von 604 Megawatt ein. Die meisten Zuschläge gingen an Bieter in Nordrhein-Westfalen (33 Zuschläge, 138 Megawatt) und Brandenburg (16 Zuschläge, 87 Megawatt).


Das Netzausbaugebiet hatte in dieser Ausschreibung  wieder keine Auswirkungen auf die Zuschlagsentscheidung, so die Regulierungsbehörde.

Bürgerenergie

Bürgerenergiegesellschaften waren mit 15 erfolgreichen Geboten im Umfang von 113 Megawatt beteiligt und bekommen als Zuschlagswert den Gebotswert des höchsten noch bezuschlagten Gebots (6,28 ct/ kWh).


„Knapp 19 Prozent des bezuschlagten Volumens ging an Bürgerenergiegesellschaften. Das zeigt: Kleinere Akteure haben auch ohne Privilegien realistische Chancen auf Erfolg. Die Privilegien für Bürgerenergiegesellschaften können und sollten daher dauerhaft und zeitnah vor den kommenden Ausschreibungsrunden aufgehoben werden", so Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung.


"Dass das Ausschreibungsvolumen erstmalig unterzeichnet wurde, zeigt dass die Bundesregierung die richtigerweise im Koalitionsvertrag vereinbarten Sonderausschreibungen für erneuerbare Energien klug über die Legislaturperiode verteilt verauktionieren muss, um Preis treibende Faktoren zu reduzieren.“

 

Weitere Informationen zur zweiten Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land stellt die Bundesnetzagentur hier auf ihren Seiten bereit. 

kommentieren drucken  


ANZEIGE

 

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

Netzstabilität hat ihren Preis

Netzstabilität hat ihren Preis

Die Bundesnetzagentur hat die Zahlen zu Redispatch und Einspeisemanagement für 2017 veröffentlicht. Nachdem im windschwachen Jahr 2016 ein Rückgang der Maßnahmen verzeichnet wurde, sind diese 2017 wieder stark angestiegen. » weiterlesen
Kleine Kugeln für Solarenergie

Kleine Kugeln für Solarenergie

Forschern des DLR haben eine neuartige Receiver-Technolgie für solare Turmkraftwerke am Standort Jülich einem Praxistest unterzogen. Mit bisher als Wärmeträgermedium verwendeten Flüssigsalzen lassen sich Temperaturen von ungefähr 550 Grad Celsius erreichen. Die nun getesteten Keramikpartikel ermöglichen es, mit höheren Prozesstemperaturen zu arbeiten, was zu höheren Wirkungsgraden und damit geringeren Stromgestehungskosten führt, so das DLR. » weiterlesen
Wie viel Stromspeicher braucht die Energie-<br>wende?

Wie viel Stromspeicher braucht die Energie-
wende?

Ein weiterer Ausbau an Sonnen- und Windenergie könnte zu einem erheblichen Speicherbedarf führen - so eine aktuell diskutierte Analyse. Wissenschaftler des DIW haben die Studie unter die Lupe genommen und kommen zu ganz anderen Ergebnissen. » weiterlesen
Onshore-Wind: EEG-Klausel verabschiedet

Onshore-Wind: EEG-Klausel verabschiedet

Bundestag und Bundesrat haben dem Gesetzentwurf zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zugestimmt. Jeder Teilnehmer muss bei Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land in den nächsten zwei Jahren eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung vorlegen. » weiterlesen
 
» Finden Sie weitere News in unserem Newsarchiv

  Jetzt Newsletter
abonnieren!


Aktuelle Ausgaben

Partner

Management Forum Starnberg GmbH

Medienpartner enerope

Maslaton

GVS