18. NOVEMBER 2018

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Power to Gas in Haßfurt gestartet


Die Power-to-Gas-Anlage des Stadtwerks Haßfurt und von Greenpeace Energy hat ihren Betrieb aufgenommen. Der PEM-Elektrolyseur soll pro Jahr eine Million Kilowattstunden erneuerbaren Wasserstoff ins Gasnetz speisen. Zugleich ist die reaktionsschnelle Anlage in das virtuelle Kraftwerk von Next Kraftwerke eingebunden und liefert künftig Regelenergie.

Das Leitsystem des Virtuellen Kraftwerks hat die Steuerung des Elektrolyseurs übernommen und steuert die Anlage vollautomatisch. Sie fährt gemäß der lokalen Netzauslastung im Gebiet des Stadtwerks Haßfurt. Dafür prognostiziert Next Kraftwerke sowohl die Einspeisung Erneuerbarer in der Region als auch den Gesamtstromverbrauch im Verteilnetz.

Zusätzlich berücksichtigt das Leitsystem den Durchfluss des lokalen Erdgasnetzes, das den im Elektrolyseur produzierten Wasserstoff aufnimmt. Aus dieser Datenlage errechnet es den Einsatzzeitpunkt des Elektrolyseurs und schaltet diesen anschließend automatisch.

Für alle Regelenergieprodukte
Binnen Millisekunden reagiert der 1,25MW-Elektrolyseur von Siemens auf die Leitsignale. Er kann innerhalb von 20 Sekunden eine Last von 1,25MW aufnehmen.

Daher eignet er sich für alle drei Regelenergieprodukte. Diese Bereitstellung sogenannter Flexibilität auf lokaler wie regionaler Ebene sei derzeit einzigartig, so die beiden Energieversorgungsunternehmen.

Verteilnetz und Übertragungsnetz entlasten
Man betrete technisches Neuland, so Greenpeace-Energy-Vorstand Nils Müller. „Denn unser extrem reaktionsschneller Elektrolyseur hilft dabei, sowohl das lokale Stromnetz als auch das übergeordnete Verteilnetz zu stabilieren. In Deutschland und wohl auch weltweit ist dies ein absolutes Novum. Wir tragen so zu einer sicheren Stromversorgung in einer erneuerbaren Energie-Welt bei.“

Die notwendigen Tests für alle drei Produkte hat die Anlage bereits absolviert und befindet sich nun in der Präqualifikationsphase beim zuständigen Übertragungsnetzbetreiber Tennet, wie Next Kraftwerke mitteilt. Vorbehaltlich der zu erwartenden Genehmigung entlaste die Anlage so nicht nur das Verteilnetz sondern auch das Übertragungsnetz.

Lokale Flexibilität einzigartig
„Nicht nur der Elektrolyseur besitzt als eine der ersten vergleichbaren Anlagen in Deutschland Seltenheitswert“, so Tobias Romberg, verantwortlicher Projektmanager bei Next Kraftwerke.

„Auch die Steuerung der Anlage durch ein Virtuelles Kraftwerk nach Signalen aus dem Verteilnetzgebiet ist eine Besonderheit im deutschen Stromsystem. Da es keinen regionalen Flexibilitätsmarkt gibt, ist diese Kooperation zwischen einem Verteilnetzbetreiber, einem Grünstrom- und Windgaslieferanten und einem Virtuellen Kraftwerk zur Bereitstellung von Flexibilität auf lokaler Ebene einzigartig und hoffentlich zukunftsweisend.“

Das Prinzip Power to Gas
Wenn mehr erneuerbarer Strom produziert als verbraucht wird, kann er dazu verwendet werden, per Elektrolyse Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufzuspalten. Statt erneuerbare Kraftwerke wie bisher abzuschalten, wenn das Netz deren Energie nicht aufnehmen kann, können die Überschüsse künftig als erneuerbare Gase gespeichert werden – in Form von Wasserstoff oder Methan.

Datum:
25.10.2016
Unternehmen:
Bilder:
Bild: Siemens

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