26. MAI 2018

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2035: Reicht der Strom fürs E-Auto?


Wenn bis 2035 bis zu 40 Prozent der deutschen Fahrzeugflotte elektrisch fahren, würde dadurch der Strombedarf um rund fünf Prozent steigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Marktforschungs- und Beratungsinstitutes Aurora Energy Research.

Das Institut hat die künftige Entwicklung der E-Mobilität und deren Auswirkungen auf das Energiesystem analysiert. Demnach sollen bis 2035 bis zu 40 Prozent der deutschen Fahrzeugflotte elektrisch fahren. Dafür würden dann etwa 30 Terrawattstunden Strom im Jahr benötigt. Das entspricht rund fünf Prozent des erwarteten Gesamtbedarfs in 2035, wie das Unternehmen weiter mitteilt. 

Minus 2,5 Prozent

2035 werde ein Großteil des Stroms zum Laden von Elektrofahrzeugen noch aus Kohlekraftwerken im In- und Ausland stammen, da die Ladevorgänge meist nachts stattfinden, wenn diese Kraftwerke nicht voll ausgelastet sind.


Trotzdem: unter dem Strich würden 40 Prozent E-Autos im Jahr 2035 laut den Autoren die deutschen Emissionen um 21 Millionen Tonnen CO2 verringern. Das entspreche einem Minus von 2,5 Prozent gegenüber 2015. Voraussetzung für den positiven Effekt sei allerdings, dass die E-Mobilität intelligent in das Energiesystem integriert wird.


"Ziel muss sein, die E-Autos möglichst in Zeiten schwacher Nachfrage und damit niedriger Preise zu laden", sagt Benjamin Merle von Aurora Energy Research. "Dann sinkt die Volatilität der Stromnachfrage und der Preise."


Geschehe dies nicht und die Ladung erfolge ungeregelt, werde es Nachfragespitzen geben, für die dann fünf Gigawatt zusätzliche Kraftwerksleistung vorgehalten werden müssen. "Außerdem sind erhöhte Investitionen in die Netze nötig. Das treibt die Kosten und sorgt für höhere Emissionen."

Potenzial von 500 Millionen Euro

Für die Energieversorger bedeute die Notwendigkeit, eine zunehmende Zahl von Elektroautos mit marktwirtschaftlichen Methoden intelligent in das Stromnetz einzubinden, eine Chance: "Sie verfügen über die nötige Technik und das Knowhow und können damit neue Geschäftsmodelle und Ertragsquellen erschließen", sagt Merle.


"Nach unseren Berechnungen können sie im Umfeld der E-Mobilität ein zusätzliches Ertragspotenzial von 500 bis 700 Millionen Euro im Jahr erschließen."


Zentral für den Erfolg ist dabei nach Ansicht der Autoren, sich eng an den Bedürfnissen der Kunden zu orientieren und dafür auch mit geeigneten Kooperationspartnern zusammenzuarbeiten, etwa Parkhäusern.


Erste Angebote seien bereits verfügbar: So bieten Time-of-Use-Tarife den Kunden günstige Preise in Zeiten allgemein niedriger Nachfrage. Andere Modelle passen den Ladevorgang ferngesteuert an das jeweilige Angebot auf dem Markt an oder nutzen das E-Auto des Kunden als Zwischenspeicher für günstigen Strom, um diesen später teurer weiterzuverkaufen.


In beiden Fällen erhält der Autobesitzer eine entsprechende Vergütung. Auch der Betrieb von Ladeinfrastruktur oder die Weiternutzung von ausgemusterten E-Auto-Batterien als stationäre Speicher eignen sich laut den Autoren als Geschäftsmodell im Rahmen der E-Mobilität.

Datum:
16.01.2018
Bilder:
Bild: Kurt F. Domnik/pixelio.de

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