26. MAI 2018

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Mit Strategie in die Zukunft


Wie umgehen mit mehr Regulierung, fortschreitender Digitalisierung, zunehmendem Wettbewerb und sinkenden Gewinnen? Eine Studie hat das aktuelle Marktumfeld sowie strategische Handlungsoptionen für Stadtwerke beleuchtet.

Den verschiedenen Herausforderungen können Stadtwerke am besten durch neue Kooperationen begegnen. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie „Stadtwerke 2030“, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhousecoopers (PwC) mit Unterstützung des VKU erstellt hat.


Für das Meinungs- und Stimmungsbild wurden Vorstände, Geschäftsführer und andere Topmanager von 300 kommunalen EVU befragt. Im Fokus standen das aktuelle Marktumfeld sowie strategische Handlungsoptionen.


„Die Energiebranche steht am Anfang eines ambitionierten Weges. Alle Unternehmen, egal ob aus Energieerzeugung, dem Netzbereich oder dem Vertrieb, sind im Veränderungsprozess. Ich bin überzeugt, dass wir mit Digitalisierung und Kooperationsmodellen die richtigen Werkzeuge schon in den Händen halten“, so Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des VKU.


„Um die Chancen aus der Digitalisierung sowie der Energie- und Verkehrswende zu nutzen, sollten kommunale EVU sich vor allem für Kooperationen öffnen“, ergänzt Sven-Joachim Otto, mitverantwortlicher Studienautor und Partner bei PwC Legal.

Hürden abbauen

„Neue Geschäftsfelder lassen sich am besten durch Kooperationen erschließen, weil die Partner ihr Know-how, aber auch das Geschäftsrisiko teilen können“, sagt Studien-Co-Autor Henry Otto, Partner und Leiter des Bereichs Utilities und Regulation bei PwC.


„Allerdings erweisen sich dabei das Gemeinderecht, dessen unterschiedliche Ausprägungen in den Bundesländern, aber auch andere Regularien, wie beispielsweise die Anreizregulierungsverordnung, zunehmend als Hindernis. Solche muss der Gesetzgeber dringend abbauen.“

Konventionelle Erzeugung keine Option

Die Studie ergab außerdem, dass die befragten Stadtwerke-Topmanager in der konventionellen Energieerzeugung keine aussichtsreiche strategische Option mehr sehen.


Dieses Geschäftsfeld wird ihrer Ansicht nach am ehesten von Rückgängen betroffen sein, da hier die Ergebnisse in allen klassischen Wertschöpfungsstufen zunehmend unter Druck geraten. Da Schließungen oder Verkäufe kaum möglich sind, erhoffen mehr als 75% der Befragten eine staatlich regulierte Lösung für die Netz- und Kraftwerksreserve.

Sinkende Renditen

Zwar sehen die Befragten die regenerative Energieversorgung positiver. Doch der intensive Wettbewerb mit Finanzinvestoren und branchenfremden Marktteilnehmern resultiere ebenfalls in nicht mehr ausreichenden Renditen.


Dasselbe gilt für den Energiehandel mit seiner steigenden Wettbewerbsintensität, hohen Transparenz und seinem hohen Automatisierungsgrad.


Die Renditen im Vertrieb sind dagegen noch relativ stabil, aber die Digitalisierung und der zunehmende Wettbewerb erhöhen auch hier den Rationalisierungsdruck.


Zudem führt die Energiewende zu einer veränderten Netzinfrastruktur. 92% der Befragten sehen aufgrund des politischen Willens, die Verbraucherpreise nicht ansteigen zu lassen, Regulierungsdruck und dadurch sinkende Netzrenditen als zentrales Risiko.

Strategien

82% der Befragten sehen die integrierte Wertschöpfungskette – das heißt die Bündelung der Medien und der Geschäftsfelder Erzeugung, Netz, und Vertrieb – als einen wesentlichen Ansatz, um die Herausforderungen zu meistern.


49% sehen in der Fokussierung auf den reinen Infrastrukturdienstleister rund um die Netze eine sinnvolle strategische Alternative.


48% sehen ihr Unternehmen künftig als (digitalen) Serviceprovider und planen, den Anteil von Dienstleistungen an der Wertschöpfung deutlich zu erhöhen. 62% der befragten Topmanager halten es für essentiell, die Kundenservices zu verbessern.

Datum:
23.01.2018
Bilder:
Bild: Gabi Schoenemann/pixelio.de

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