26. MAI 2018

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Speichern wird immer wichtiger


Wenn der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung auf 50 Prozent und mehr steigt, müssen die Netzbetreiber viel Geld in die Modernisierung ihrer Stromnetze stecken. Mit Akkuspeichern lassen sich Kosten und Aufwand von Fall zu Fall verringern. Jetzt gingen in Deutschland binnen einer Woche gleich zwei Anlagen in Betrieb.

Die eine steht im Oberallgäu, die andere am Pumpspeicherkraftwerk Hengsteysee unweit von Hagen in Westfalen.

 

Erste Megawatt-Anlage in der Region Allgäu

 

Im entlegenen Ortsteil Bruck der Gemeinde Bad Hindelang bei Sonthofen wurde ein Batteriekraftwerk mit mehr als einem Megawatt Leistung installiert.

 

„Der Großspeicher ist in das europäische Verbundnetz eingebunden und übernimmt seit Februar 2018 Aufgaben der Netzstabilisierung“, so Hersteller Ads tec in einer Mitteilung.

 

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kraftwerken ist die Reaktionszeit eines Lithium-Ionen-Batteriespeichers sehr schnell und flexibel.

 

Im Bruchteil von Sekunden kann eine große Menge an Strom aus dem Netz aufgenommen und wieder abgegeben werden.

 

„Der Ausbau von Großbatteriespeichern zur Stabilisierung der Stromnetze nimmt heutzutage eine immer wichtigere Rolle ein, sei es zur Sicherung der Industrie oder des Tourismus in beliebten Skigebieten“, so Projektingenieur Patrick Weiß von Ads tec.

 

Die Anlage ist ein eigenständiges Engagement der neu gegründeten Projektgesellschaft Allgäu Speicher, die aus den Partnern Allgäuer Überlandwerk und Enesto besteht und den Betrieb des Großspeichers übernimmt, heißt es.

 

Batteriespeicher am Pumpspeicherkraftwerk

 

RWE Generation hat auf dem Gelände ihres Pumpspeicherkraftwerks am Hengsteysee in Herdecke einen Batteriespeicher mit einer elektrischen Speichermenge von sieben Megawattstunden in Betrieb genommen.

 

Das Investitionsvolumen für die neue Anlage liegt bei rund sechs Millionen Euro, so das Unternehmen. Errichtet wurde die Anlage laut RWE von der Firma Belectric.

 

„Mit dem neuen Batteriespeicher trägt RWE dazu bei, die Zukunft der Stromversorgung in Deutschland abzusichern. Er hilft, die schwankende Einspeisung aus Solar- und Windkraftanlagen auszugleichen und stabilisiert so das Netz“, sagt Roger Miesen, Vorstandsvorsitzender der RWE Generation.

 

Die Anlage sei das erste Referenzprojekt im Markt für Batteriespeicher. Das Unternehmen sehe im Betrieb und der Vermarktung von Speichern sowie Batterien großes Potenzial.

 

Insgesamt besteht der Batteriespeicher aus drei gleichen Systemen. Jedes System besteht aus einem Übersee-Container, einem Umrichter und einem Transformator.

 

Die Transformatoren sind über eine Mittelspannungsschaltanlage an das Netz angeschlossen.

 

Das Herz des Batteriespeichers sind 552 Batteriemodule mit je 100 Lithium-Ionen-Zellen aus dem Automotive-Bereich.

 

Der Batteriespeicher kann eine Energiemenge von rund sieben Megawattstunden speichern und etwa eine Stunde lang wieder ins Netz abgeben.

 

Der neue Batteriespeicher stellt sogenannte Primärregelleistung bereit.

Datum:
09.02.2018
Bilder:
Foto: RWE Generation
Foto: RWE Generation
Foto: Allgäuer Kraftwerke
Foto: Allgäuer Kraftwerke
Foto: Allgäuer Kraftwerke

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