Industrie zögert nach wie vor

Studie zum Contracting

Das Trend- und Marktforschungsinstitut trend:research hat in seiner aktuellen Studie ‚Contracting in der Industrie‘ das Marktvolumen und die Marktpotentiale in Deutschland 2003 bis 2005 untersucht. Obwohl der Bekanntheitsgrad steigt, ist die Industrie beim Contracting noch sehr zögerlich. Ein Viertel sieht darin keinen Vorteil.

07. Juli 2005

Wie die Ergebnisse der Studie zeigen, ist für etwa zwei Drittel der Befragten aus der Industrie Contracting ein Begriff. Besonders in der Chemie- und Pharmaindustrie ist das Konzept Contracting mit rund 90 % der Nennungen bekannt, in anderen Bereichen wie etwa Glas, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden hingegen nur knapp zur Hälfte. Doch trotz steigender Bekanntheit werden in den meisten Unternehmen noch keine Contracting-Angebote genutzt. Die mit Abstand am meisten genutzte Form ist dabei das Energieliefer-Contracting, während das Finanzierungs-Contracting bei keinem der Befragten zur Anwendung kommt.

Angesprochen auf die Vorteile von Contracting geben knapp 20 % der befragten Unternehmen an, daß das Konzept günstiger sei als eine Eigenlösung. Weitere Vorteile sehen die Interviewteilnehmer insbesondere in der Möglichkeit, sich auf das eigentliche Kerngeschäft zu konzentrieren sowie in der fachlichen Kompetenz der Anbieter. Allerdings ist zu beachten, daß immerhin ein Viertel der Befragten keinen Vorteil im Contracting sieht.

Die Studie zeigt zudem, daß der Anteil der Industrieunternehmen, die sich bewußt dagegen entschieden haben, mit mehr als 50?% sehr hoch ist. Zum Vergleich: Im Gesamtmarkt Contracting über alle Branchen liegt die Zahl bei knapp 30 %.

Hohe Anforderungen

Die wichtigsten Gründe für die Ablehnung sehen die Befragten darin, daß eine Versorgung über Contracting zu teuer sei und für sie keine vorteilhafte Alternative darstelle, so das Bremer Institut. Eine weitere Begründung seien eigene personelle Ressourcen im Bereich der energietechnischen Anlagen.

Die Anforderungen an die Contracting-Anbieter seien seitens der Industrie hoch, betont trend:research. Dabei seien insbesondere die Zuverlässigkeit (rund 35 %) sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis (rund 30 %) wichtige Aspekte bei Entscheidungsfindung und Auswahl von Anbietern.

Im Bereich der Technologien erwarten die befragten Unternehmen vor allem Anlagen, die sich durch Wirtschaftlichkeit, eine lange Lebensdauer und eine einfache Bedienung auszeichnen. Die Technologie müsse der Studie zufolge dem Stand der Technik entsprechen und es sollte bewährte Technik zum Einsatz kommen.

Der Einsatz innovativer Technologien wird dagegen nur gering bewertet. Mehr als ein Fünftel hat keine besonderen Anforderungen an die Technik. Wenig Bedeutung sprachen die befragten Industrieunternehmen der Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien im eigenen Unternehmen wegen der nicht gegebenen Wirtschaftlichkeit zu. In bezug auf die Auswahl eines Contracting-Anbieters gaben etwas mehr als die Hälfte an, keine Präferenz zu haben. Die Befragung umfaßte neben 165 Anwenderinterviews 29 Gespräche mit Contractoren und Experten. Mehr Informationen zur Studie findet man unter www.trendresearch.de.

Erschienen in Ausgabe: 05/2005