Industriekraftwerk in Zeitz feiert Richtfest

Die Getec AG hat nach vier Monaten Bauzeit das Richtfest ihres Industriekraftwerks im Chemiepark Zeitz gefeiert. Die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) wird Radici Chimica Deutschland ab Juni mit Dampf und Strom versorgen.

06. Februar 2013

Die 100%ige Tochter der italienischen Radici-Gruppe investierte im Chemie- und Industriepark Zeitz seit 1999 rund 200 Mio. € in eine neue Fabrik und beschäftigt mittlerweile fast 200 Mitarbeiter. Seit Inbetriebnahme 2002 wurde die Produktion kontinuierlich auf mehr als 100.000 t Adipinsäure pro Jahr gesteigert. Das weiße Pulver ist Ausgangsstoff für die Herstellung von Nylon und weiterer Kunststoffe, die beispielsweise in der Auto- und Bekleidungsindustrie eingesetzt werden. Bei dessen Herstellung entsteht auch Lachgas.

Da die Dampfversorgung aus dem Kraftwerk Mumsdorf im Sommer 2013 stillgelegt wird, entschied man sich für eine zukunftsfähige Weichenstellung: Gesucht wurde eine effiziente und wirtschaftliche Energieversorgung, die zudem das vor Ort anfallende Lachgas (N2O) zerstören sollte. Dessen Potenzial, den Treibhauseffekt zu verstärken, ist um den Faktor 310 größer als bei Kohlendioxid.

Planung, Errichtung, Finanzierung und Betrieb der etwa 9 Mio. € teuren Anlage erfolgt durch den Magdeburger Energiedienstleister im Contracting-Modell. Das Kraftwerk Zeitz verfügt über eine Feuerungsleistung von 37 MW und hat eine Spitzenleistung von mehr als 45 t/h Dampf. »Damit wird der gesamte Dampfbedarf von Radici ganzjährig rund um die Uhr sichergestellt. Mittels Kraft-Wärme-Kopplung wird zudem ein Teil des Stromverbrauchs des Chemieunternehmens abgedeckt und ein Wirkungsgrad von deutlich über 90 Prozent erreicht«, so GETEC-Vorstand Schulz. »Um flexibel auf den Energiebedarf des Werkes reagieren zu können, haben wir uns für zwei separate Großwasserraumkessel von VKK Standardkessel Köthen entschieden. Einer wird mit besonders wirtschaftlichem Braunkohlenstaub befeuert, der zweite mit Erdgas«, so Schulz weiter.