Innovationspreis für Netzsteuerungs-Technik

Eine neu entwickelte funkbasierte Netzsteuerungstechologie hat den Innovationspreis Berlin Brandenburg erhalten. Zur Sicherstellung der Stromnetzstabilität müssen Energieversorger dezentrale Energieverbrauchs- und Erzeugungsanlagen fernsteuern. Die M2M-Lösung E-Nergy wurde hierfür entwickelt. Sie basiert auf Europas größtem Sicherheitsfunknetz.

10. Dezember 2014

Dieses wird unterhalten vom Mobilfunkanbieter E-Message Wireless Services und ist ein von öffentlichen Netzen unabhängiges, satellitengestütztes Funknetz mit etwa 800 Sendestationen in ganz Deutschland.

Der Strompager E-Nergy wurde als Spezial-Dienst des Mobilfunkanbieters ausgezeichnet, der sowohl aus Übertragungsleistungen als auch aus sicherheitstechnischen Leistungen einschließlich des zugehörigen Moduls besteht.

Die M2M-Lösung wurde gemeinsam von E-Message und Stromnetz Berlin entwickelt. Eine von Bosch Software Innovations gelieferte IT-Plattform kann über das System Gruppen von Anlagen ansteuern, ein- und ausschalten sowie einzelne Elemente der Gruppen stufenweise regulieren.

Stromnetz Berlin setzt die Pager-Technologie – bewährt unter anderem im Einsatz bei Rettungsdiensten – erstmals zur Steuerung in Kundenanlagen von der Netzleistelle aus ein. Premiere feierte die Technologie mit der Einweihung des Umspannwerkes in Berlin-Britz im September dieses Jahres.

Ab 2015 soll der Service auf das gesamte Stadtgebiet ausgerollt werden. Perspektivisch sollen damit rund 30.000 Verbrauchsanlagen wie Wärmepumpen oder Elektrospeicherheizungen sowie Stromerzeuger wie Photovoltaikanlagen in Berlin gesteuert werden, so Stromnetz Berlin.

Das Unternehmen löst mit der Funkrundsteuerung die bisher im Einsatz befindliche Tonfrequenzrundsteuerung ab. Vorteile des neuen Systems lägen in seiner Ausfallsicherheit, der umfassenden Netzabdeckung sowie den niedrigen Wartungs- und Betriebskosten, teilt das Unternehmen weiter mit.

Die funkbasierte Lösung hat laut Bosch zudem den Vorteil, dass die Steuerbefehle signiert und verschlüsselt übermittelt werden. Diese Verschlüsselung und das verwendete Funkrufnetz würden den Schutz vor Manipulationen gewährleisten. Darüber hinaus durchdringte das Funksignal meterdicke Betonwände und sei damit anderen Übertragungswegen überlegen.

»Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt zum smarten Energienetz. Von dieser neuen, sicheren und stabilen Rundsteuertechnik, die auch in anderen Städten dazu beitragen kann, das Last- und Erzeugermanagement zu verbessern, profitieren alle Beteiligten. Es senkt Kosten und erhöht die Flexibilität der Erzeuger, Vertreiber und Nutzer«, sagt Michael Hahn, Geschäftsführer Bosch Software Innovations.

Mit der IT-Plattform kann die Stromnetz Berlin nun Gruppen und Einzelempfänger gezielt steuern, Verbraucher und Einspeiser in einem Stadtteil vorübergehend abschalten oder stufenweise regulieren, um dadurch das Netz zu stabilisieren. Ferner können etwa Nachtspeicheröfen unter Einbeziehung von Wetterprognosedaten intelligent gesteuert werden. Im geschäftlichen Umfeld dimmen Beleuchtungen von Betriebsanlagen aufgrund der jeweiligen Wettersituation oder nach einem Sonnenauf- und -untergangskalender selbstständig.